Point Break (1991)

Der junge FBI-Agent Johnny Utah wird in Los Angeles auf eine Serie von Banküberfällen angesetzt. Die Täter treten mit Masken ehemaliger US-Präsidenten auf und verschwinden nach ihren sorgfältig geplanten Überfällen innerhalb kürzester Zeit. Als Utahs Partner vermutet, dass die sogenannten „Ex-Presidents“ aus der lokalen Surferszene stammen, schleust sich Utah undercover in dieses Milieu ein.

Dort lernt er den charismatischen Bodhi und dessen Freundeskreis kennen. Je stärker Utah in die Gruppe integriert wird, desto mehr gerät sein ursprünglicher Ermittlungsauftrag in Konflikt mit seiner Faszination für deren Lebensweise. Surfen, Fallschirmspringen, extreme Risiken und schließlich auch die Banküberfälle verbinden sich für Bodhi und seine Gruppe zu einer Lebensführung, die auf intensive Grenzerfahrungen und die bewusste Überschreitung gesellschaftlicher Regeln ausgerichtet ist.

Film- / Serienprofil

Kriminologische Relevanz

Aus kriminologischer Perspektive ist Point Break insbesondere für die Analyse von Risiko, Grenzerfahrung und freiwilliger Normüberschreitung interessant. Bodhi und seine Gruppe begehen ihre Banküberfälle nicht lediglich zur materiellen Bereicherung. Die Straftaten sind in eine Lebensweise eingebettet, in der extreme körperliche Erfahrungen, Gefahr und die bewusste Annäherung an die Grenzen eigener Kontrolle eine zentrale Bedeutung besitzen.

Besonders anschaulich lässt sich der Film deshalb mit dem Konzept des Edgework verbinden. Dieses bezeichnet freiwillig aufgesuchte Situationen, in denen Akteure sich der Grenze zwischen Kontrolle und Kontrollverlust aussetzen. Surfen unter gefährlichen Bedingungen, Fallschirmspringen und die präzise durchgeführten Banküberfälle folgen im Film einer ähnlichen Logik: Gefahr wird nicht lediglich in Kauf genommen, sondern bildet einen wesentlichen Bestandteil der Attraktivität des Handelns. Kompetenz zeigt sich gerade darin, eine riskante Situation zu beherrschen, deren Scheitern schwerwiegende Folgen haben könnte.

Darüber hinaus zeigt Point Break, dass kriminelles Handeln subjektiv Bedeutungen besitzen kann, die sich nicht auf ökonomischen Nutzen reduzieren lassen. Anerkennung innerhalb der Gruppe, Loyalität, intensive emotionale Erfahrungen und die Abgrenzung von einer als gewöhnlich empfundenen Lebensweise tragen zur Attraktivität der Normüberschreitung bei. Damit bestehen auch Bezüge zur Cultural Criminology, die insbesondere nach den Emotionen, Bedeutungen und Erfahrungen kriminellen und devianten Handelns fragt.

Schließlich thematisiert der Film Prozesse der Gruppenintegration und Loyalität. Utah gerät durch seine zunehmende Einbindung in die Surfergruppe in einen Konflikt zwischen seiner institutionellen Rolle als FBI-Agent und den sozialen Bindungen, die er zu Bodhi und dessen Umfeld entwickelt. Der Film verbindet damit die Frage nach den subjektiven Reizen riskanter Devianz mit der Bedeutung sozialer Beziehungen und Gruppenzugehörigkeit.

Bildquelle:
Brmuchim at English Wikipedia, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser