The Green Mile (1999)

Im Todestrakt eines Gefängnisses im Louisiana der 1930er Jahre wartet der wegen Mordes verurteilte John Coffey auf seine Hinrichtung. Der Gefängnisaufseher Paul Edgecomb beginnt jedoch zunehmend daran zu zweifeln, dass der sanftmütige Gefangene tatsächlich für das ihm vorgeworfene Verbrechen verantwortlich ist.

Film- / Serienprofil

  • Originaltitel: The Green Mile
  • Deutscher Titel: The Green Mile
  • Erscheinungsjahr: 1999
  • Land: USA
  • Regie / Creator / Showrunner: Frank Darabont
  • Medium: Spielfilm
  • Laufzeit / Umfang: 189 Minuten
  • Schwerpunkte: Gefängnis und Strafvollzug

Kriminologische Relevanz

The Green Mile stellt die Todesstrafe und die moralische Verantwortung derjenigen in den Mittelpunkt, die staatliches Strafen praktisch vollziehen. Die Handlung spielt 1935 im Todestrakt eines Gefängnisses in Louisiana, dessen Insassen auf ihre Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl warten. Der Film richtet den Blick dabei weniger auf die juristische Verurteilung als auf den institutionell organisierten Prozess, durch den aus einem Todesurteil schließlich die tatsächliche Tötung eines Menschen wird.

Kriminologisch berührt The Green Mile damit grundlegende Fragen nach Strafe, Todesstrafe und Strafvollzug. Das Gefängnis erscheint als hochgradig regulierter sozialer Raum, in dem institutionelle Rollen, Hierarchien und Routinen den Alltag von Gefangenen und Bediensteten bestimmen. Gerade die wiederkehrenden Vorbereitungen der Hinrichtungen verdeutlichen, wie staatliche Gewalt durch Regeln, Arbeitsteilung und ritualisierte Abläufe organisatorisch normalisiert werden kann.

Mit John Coffeys Verurteilung stellt der Film zugleich die Frage nach der Fehlbarkeit der Strafrechtspflege. Die Unschuldsvermutung besitzt nach einem rechtskräftigen Urteil praktisch keine Bedeutung mehr, während die Irreversibilität der Todesstrafe eine nachträgliche Korrektur ausschließt. Damit verbindet der Film die abstrakte Frage nach der Legitimität staatlichen Strafens mit der konkreten Möglichkeit, dass Institutionen trotz formal korrekter Verfahren zu irreversiblen Entscheidungen gelangen.

The Green Mile ist deshalb weniger als realistische Darstellung des Strafvollzugs denn als moralische Parabel über institutionelle Macht zu verstehen. Gerade die übernatürlichen Elemente verschärfen die zentrale Frage des Films: Welche Verantwortung tragen Menschen, die eine rechtmäßig angeordnete Strafe vollstrecken, wenn sie von deren Gerechtigkeit nicht überzeugt sind?

Bildquellen:

Andrew David Lytle Sr., Public domain, via Wikimedia Commons

User:Dave.scaglione, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser