Kurzdefinition
Urban Marginality bezeichnet Formen sozialer Ausgrenzung und struktureller Benachteiligung in städtischen Räumen.
Ausführliche Erklärung
Der Begriff Urban Marginality beschreibt soziale Lebenslagen, in denen bestimmte Bevölkerungsgruppen dauerhaft von zentralen gesellschaftlichen Ressourcen ausgeschlossen sind. Dazu zählen etwa stabile Beschäftigung, Bildungschancen, politische Teilhabe oder Zugang zu hochwertigem Wohnraum.
In der Stadtsoziologie wird Urban Marginality häufig räumlich sichtbar: Armut, Arbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung konzentrieren sich häufig in bestimmten Quartieren. Diese Räume können durch Stigmatisierung, geringere Investitionen oder eine schwächere institutionelle Infrastruktur geprägt sein.
Der Begriff wurde besonders durch die Arbeiten von Loïc Wacquant geprägt, der in seinen Studien zu amerikanischen und europäischen Städten zeigt, dass moderne Formen urbaner Marginalität eng mit wirtschaftlichen Strukturveränderungen, Wohlfahrtsstaatsreformen und Veränderungen der Arbeitsmärkte verbunden sind.
Theoriebezug
Stadtsoziologie, Kritische Stadtforschung, Segregationsforschung, soziale Ungleichheit.