James W. Messerschmidt
Personenprofil
- Name: James W. Messerschmidt
- Geburtsjahr: 1949
- Land: Vereinigte Staaten
- Disziplin(en): Gender Studies, Kriminologie, Soziologie
- Themen: Gender, Männlichkeit, Gewalt, Kriminalitätstheorien, Soziale Ungleichheit, Intersektionalität, Devianz, Identität
Weitere Informationen
James W. Messerschmidt ist ein US-amerikanischer Soziologe und Kriminologe, der vor allem für seine Arbeiten zur Geschlechtersoziologie, zur kritischen Männlichkeitsforschung und zur Erklärung von Gewalt und Kriminalität bekannt ist. Er entwickelte seine Ansätze in enger Auseinandersetzung mit der feministischen Theorie sowie mit der von R. W. Connell geprägten Theorie hegemonialer Männlichkeit, die er kriminalsoziologisch weiterführte und präzisierte.
Zentral für Messerschmidts Werk ist die These, dass Kriminalität und Gewalt nicht isoliert erklärt werden können, sondern als geschlechtlich strukturierte soziale Praxis zu begreifen sind. In seinem Konzept von „crime as structured action“ verbindet er strukturtheoretische Perspektiven (soziale Ungleichheit, Klasse, Ethnizität, Geschlecht) mit handlungstheoretischen Ansätzen. Kriminalität erscheint bei ihm weder als bloße Normabweichung noch als individuelles Fehlverhalten, sondern als aktive Herstellung von Männlichkeit unter spezifischen sozialen Bedingungen.
Besonders prägend ist Messerschmidts Analyse von Gewalt als Mittel zur Herstellung, Stabilisierung oder Wiederherstellung männlicher Identität – etwa in Kontexten sozialer Marginalisierung, ökonomischer Prekarität oder institutioneller Ausschlüsse. Seine Arbeiten haben maßgeblich dazu beigetragen, Geschlecht als zentrale analytische Kategorie in der Kriminologie zu etablieren und klassische Kriminalitätstheorien um eine machtsensible, intersektionale Perspektive zu erweitern.
Schlüsselwerke
- Crime as Structured Action: Gender, Race, Class, and Crime in the Making (1993)
- Masculinities and Crime: Critique and Reconceptualization of Theory (1997)
- Hegemonic Masculinity: Formulation, Reformulation, and Amplification (mit R. W. Connell, 2015)