Stephen W. Raudenbush

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Stephen W. Raudenbush ist ein US-amerikanischer Soziologe und Statistiker, der insbesondere für seine Arbeiten zur Stadtsoziologie, Bildungsforschung und Kriminologie bekannt ist. Er war Professor an der University of Chicago und zählt zu den bedeutendsten Entwicklern der Mehrebenenanalyse (Hierarchical Linear Modeling), die heute in der Sozialforschung weit verbreitet ist.

Internationale Bekanntheit erlangte Raudenbush vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Robert J. Sampson und Felton Earls im Rahmen des „Project on Human Development in Chicago Neighborhoods“ (PHDCN). Die dort gewonnenen Erkenntnisse prägten die moderne Forschung zu Nachbarschaften, sozialer Kontrolle und Kriminalität nachhaltig.

Raudenbush leistete einen wesentlichen Beitrag zur empirischen Fundierung der Theorie der Collective Efficacy. Seine Arbeiten zeigten, dass Eigenschaften von Stadtteilen und Nachbarschaften eigenständige Auswirkungen auf Kriminalität, Gewalt und soziale Integration haben können.

Besonders bedeutsam war dabei die Anwendung von Mehrebenenmodellen, mit deren Hilfe individuelle und strukturelle Einflüsse gleichzeitig untersucht werden können. Dadurch trug Raudenbush wesentlich zur Weiterentwicklung der Theorie der Sozialen Desorganisation und der modernen Stadtsoziologie bei.

Schlüsselwerke

  • Sampson, Raudenbush & Earls (1997): Neighborhoods and Violent Crime: A Multilevel Study of Collective Efficacy
  • Raudenbush & Bryk (2002): Hierarchical Linear Models
  • Sampson & Raudenbush (1999): Systematic Social Observation of Public Spaces