Thomas J. Scheffs Werk Being Mentally Ill gilt als ein zentraler Beitrag zur Etikettierungstheorie und zur Soziologie psychischer Abweichung. Aufbauend auf den theoretischen Überlegungen von Howard S. Becker und Erving Goffman, entwickelt Scheff die These, dass “Geisteskrankheit” nicht (nur) medizinisch-biologisch erklärbar sei, sondern wesentlich durch soziale Zuschreibungsprozesse hervorgebracht werde. Das
sekundäre Devianz
Karrieremodell (Quensel)
Das Karrieremodell von Stephan Quensel beschreibt die Entwicklung kriminellen Verhaltens als mehrstufigen Eskalationsprozess. Kriminalität entsteht demnach nicht plötzlich, sondern im Verlauf einer sozialen Karriere, in der individuelles Verhalten, gesellschaftliche Reaktionen und staatliche Sanktionen miteinander interagieren. Im Zentrum steht die Beobachtung, dass kleine Anfangsdelikte durch negative soziale Reaktionen verstärkt werden können.
Karrieremodell (Hess)
Das Karrieremodell von Henner Hess gehört zu den prozessualen Kriminalitätstheorien und erklärt die Entstehung sowie Verfestigung kriminellen Verhaltens als Entwicklung über mehrere Phasen hinweg. Kriminalität entsteht demnach nicht plötzlich, sondern im Verlauf individueller „Karrieren“, in denen Motivation, situative Gelegenheiten, soziale Kontrolle und individuelle Entscheidungen miteinander interagieren. Hess verbindet in seinem
Labelling – primäre und sekundäre Devianz (Lemert)
Edwin M. Lemert entwickelte mit der Unterscheidung zwischen primärer und sekundärer Devianz einen zentralen Baustein des Labelling Ansatzes. Während primäre Devianz erste Normverletzungen bezeichnet, beschreibt sekundäre Devianz die Stabilisierung abweichenden Verhaltens infolge gesellschaftlicher Reaktionen und Etikettierungen. Ein Individuum begeht zunächst primäre Devianz. Durch einen Prozess des Labelling (Etikettierung) wird ihm
Labelling-Ansatz (Überblick)
Der Labelling Ansatz (auch: Etikettierungstheorie oder Labeling Approach) ist eine soziologische Kriminalitätstheorie, die Devianz als Ergebnis gesellschaftlicher Zuschreibungsprozesse versteht. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, warum Menschen kriminell werden, sondern wie bestimmte Handlungen und Personen überhaupt als „abweichend“ oder „kriminell“ definiert werden. Während klassische ätiologische Theorien nach den Ursachen von


