Kurzdefinition
Terrorismus bezeichnet politisch oder ideologisch motivierte Gewaltakte, die darauf abzielen, Angst zu erzeugen, politische Ziele durchzusetzen oder Gesellschaften zu destabilisieren.
Ausführliche Erklärung
Terrorismus umfasst geplante, systematische Gewaltakte, die sich meist gegen symbolische Ziele oder Zivilpersonen richten, aber auf die psychologische Wirkung in der breiten Öffentlichkeit abzielen. Die Tätergruppen können nichtstaatlich (z. B. politische Extremisten, religiöse Gruppen) oder staatlich sein (Staatsterrorismus).
Die definitorische Abgrenzung ist umstritten: Während manche Ansätze Terrorismus ausschließlich nichtstaatlichen Akteuren zuschreiben, betonen andere – etwa Henner Hess oder Sebastian Scheerer – die Notwendigkeit, repressiven staatlichen Terror ebenso als Terrorismus zu klassifizieren. Forschungsschwerpunkte liegen u. a. auf Radikalisierungsprozessen, sozialen Bewegungen, Medienwirkungen, sicherheitspolitischen Gegenmaßnahmen und der Versicherheitlichung politischer Debatten.
Theoriebezug
Bezüge bestehen zur Kritischen Kriminologie, zur konstruktivistischen Kriminalitätstheorie (Hess/Scheerer), zu Diskurs- und Regierungstechnologien (Foucault), Theorien der sozialen Kontrolle sowie Sicherheitsforschung und Versicherheitlichung (Buzan/Wæver).