Thomas Luckmann
Universität Konstanz
Personenprofil
- Name: Thomas Luckmann
- Geburtsjahr: 1927
- Sterbejahr: 2016
- Land: Österreich / Vereinigte Staaten
- Disziplin(en): Religionssoziologie, Soziologie, Wissenssoziologie
- Themen: Wissenssoziologie, Symbolischer Interaktionismus, Institution, Rolle, Werte, Sinn, Soziale Ordnung, Devianz, Zuschreibung, Labeling Approach
Weitere Informationen
Thomas Luckmann war ein deutsch-amerikanischer Soziologe und zählt zu den zentralen Vertretern der Wissenssoziologie und des Sozialkonstruktivismus. Internationale Bekanntheit erlangte er vor allem durch das gemeinsam mit Peter L. Berger verfasste Werk Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit (1966), das bis heute zu den einflussreichsten sozialwissenschaftlichen Büchern des 20. Jahrhunderts zählt.
Luckmann studierte Soziologie u. a. bei Alfred Schütz und wurde stark durch die phänomenologische Tradition geprägt. Seine Arbeiten befassen sich mit der sozialen Entstehung von Wissen, Alltagswirklichkeit, Institutionen, Sprache und Sinn. Er entwickelte zentrale Konzepte zur Institutionalisierung, Legitimation und Internalisierung sozialer Ordnung.
Für die Kriminologie ist Luckmann indirekt, aber grundlegend relevant: Seine Theorie bildet eine zentrale epistemologische Grundlage für den Labeling Approach, für konstruktivistische Kriminalitätstheorien (z. B. Hess & Scheerer) sowie für symbolisch-interaktionistische Ansätze. Kriminalität erscheint in dieser Perspektive nicht als objektive Eigenschaft von Handlungen, sondern als Resultat sozialer Definitions-, Zuschreibungs- und Deutungsprozesse.
Auch seine späteren Arbeiten zur Privatisierung von Religion, zu unsichtbaren Sinnsystemen und zur kommunikativen Konstruktion sozialer Wirklichkeit sind anschlussfähig an Debatten über Normen, Moral, Devianz und soziale Kontrolle.
Schlüsselwerke
- Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit (mit Peter L. Berger, 1966)
- Strukturen der Lebenswelt (mit Alfred Schütz, 1979)
- The Invisible Religion (1967)
- Lebenswelt und Gesellschaft (Aufsätze, 1980)