Kurzdefinition
Kontrolle bezeichnet soziale Mechanismen, mit denen Verhalten überwacht, reguliert und an geltende Normen angepasst wird.
Ausführliche Erklärung
Kontrolle ist ein zentrales Ordnungsprinzip sozialer Systeme. Sie umfasst formelle und informelle Verfahren, durch die Individuen und Gruppen dazu gebracht werden, normkonform zu handeln. Formelle Kontrolle wird durch Institutionen wie Polizei, Justiz oder Verwaltung ausgeübt, während informelle Kontrolle in sozialen Beziehungen, Gruppen, Milieus und kulturellen Erwartungen verankert ist. In modernen Gesellschaften verlagert sich Kontrolle zunehmend von direkter Repression hin zu präventiven, technischen und selbstdisziplinierenden Formen, etwa durch Überwachung, Statistik, Risikomanagement oder Norminternalisierung. Kontrolle ist dabei stets selektiv und eng mit Macht- und Ungleichheitsverhältnissen verbunden.
Theoriebezug
Soziale Kontrolle (Durkheim), Symbolischer Interaktionismus, Gouvernementalität (Foucault), Systemtheorie