Steven Frederic Messner

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Steven F. Messner ist ein US-amerikanischer Soziologe und Kriminologe, der vor allem für seine Weiterentwicklung der Anomietheorie und für seine makrosoziologischen Analysen von Kriminalität bekannt ist. International prägend wurde er durch die gemeinsam mit Richard Rosenfeld entwickelte Institutionelle-Anomie-Theorie (Institutional Anomie Theory, IAT), die eine der einflussreichsten zeitgenössischen Erweiterungen der klassischen Anomietheorie von Robert K. Merton darstellt.

Messner versteht Kriminalität nicht primär als individuelles Versagen, sondern als Ergebnis struktureller Ungleichgewichte zwischen gesellschaftlichen Institutionen. In kapitalistisch geprägten Gesellschaften – insbesondere in den USA – diagnostiziert er eine Dominanz ökonomischer Logiken, die andere soziale Institutionen wie Familie, Bildung, Politik oder Wohlfahrtsstaat systematisch schwächt. Diese institutionelle Schieflage fördert normativen Druck, Wettbewerb und Erfolgsorientierung und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit kriminellen Handelns.

Ein zentrales Verdienst Messners liegt darin, Anomie nicht allein als normativen Zustand zu begreifen, sondern als institutionell erzeugtes Strukturproblem moderner Gesellschaften. Seine Arbeiten verbinden Kriminalitätstheorie mit politischer Ökonomie, Wohlfahrtsstaatsforschung und vergleichender Makrosoziologie. Darüber hinaus hat Messner umfangreich zur internationalen Kriminalitätsforschung, zur Globalisierung sowie zu sozialpolitischen Implikationen von Straf- und Sozialpolitik publiziert.

Schlüsselwerke

  • Crime and the American Dream (mit Richard Rosenfeld, 1994)
  • An Institutional-Anomie Theory of Crime (1997)
  • Social Institutions and Crime (mit Richard Rosenfeld, 2009)