Kurzdefinition
Biologische Kriminalitätstheorien erklären kriminelles Verhalten primär durch körperliche, genetische oder neurobiologische Merkmale von Individuen.
Ausführliche Erklärung
Biologische Kriminalitätstheorien gehen davon aus, dass Kriminalität zumindest teilweise auf angeborene oder körperlich bedingte Eigenschaften zurückzuführen ist. Klassische Vertreter wie Cesare Lombroso postulierten den „geborenen Verbrecher“, der sich durch körperliche Atavismen von der übrigen Bevölkerung unterscheide.
Spätere Ansätze verlagerten den Fokus auf genetische Dispositionen, hormonelle Einflüsse oder neurobiologische Auffälligkeiten. Während moderne biosoziale Theorien biologische Faktoren meist mit sozialen Einflüssen kombinieren, gelten frühe biologische Theorien heute als stark reduktionistisch und stigmatisierend. Sie spielten historisch eine zentrale Rolle bei der Legitimation repressiver Straf- und Kontrollpraktiken.
Theoriebezug
Positivistische Kriminologie, Lombroso, Sheldon, moderne Biosoziale Kriminologie