Kurzdefinition
Crime Mapping bezeichnet die kartografische Darstellung und Analyse von Kriminalität im geografischen Raum, um räumliche Muster, Konzentrationen und Trends von Straftaten sichtbar zu machen.
Ausführliche Erklärung
Crime Mapping ist eine Methode der kriminologischen und polizeilichen Analyse, bei der Straftaten mithilfe geografischer Informationssysteme (GIS) auf Karten visualisiert werden. Ziel ist es, räumliche Muster von Kriminalität zu erkennen, sogenannte Hotspots zu identifizieren und Zusammenhänge zwischen Tatorten, städtischer Infrastruktur und sozialen Aktivitäten sichtbar zu machen.
Die Methode hat sich insbesondere seit den 1990er Jahren mit der zunehmenden Verfügbarkeit digitaler Geodaten verbreitet. Moderne Polizeibehörden nutzen Crime Mapping zur Planung von Streifenstrategien, zur Identifikation kriminalitätsbelasteter Orte und zur Unterstützung präventiver Maßnahmen.
In der kriminologischen Forschung dient Crime Mapping dazu, räumliche Hypothesen über Kriminalität zu überprüfen. Studien zeigen beispielsweise, dass Straftaten häufig entlang von Aktivitätsrouten, in der Nähe von Alltagsorten oder an Übergangszonen zwischen sozialen Milieus auftreten.
Besonders eng verbunden ist Crime Mapping mit der Environmental Criminology sowie mit Theorien wie der Routine Activity Theory oder der Crime Pattern Theory, die davon ausgehen, dass Kriminalität stark durch räumliche Gelegenheitsstrukturen beeinflusst wird.
Theoriebezug
Environmental Criminology, Crime Pattern Theory, Routine Activity Theory, Situational Crime Prevention