Kurzdefinition
Environmental Criminology untersucht, wie räumliche Strukturen, Alltagsroutinen und Umweltbedingungen die Entstehung von Kriminalität beeinflussen.
Ausführliche Erklärung
Environmental Criminology ist ein Forschungsansatz der Kriminologie, der sich mit den räumlichen und situativen Bedingungen von Straftaten beschäftigt. Im Mittelpunkt steht nicht primär die Persönlichkeit des Täters, sondern die Frage, unter welchen Umweltbedingungen Kriminalität entsteht.
Die Environmental Criminology entwickelte sich seit den 1970er Jahren vor allem durch die Arbeiten von Paul J. Brantingham und Patricia L. Brantingham. Sie argumentierten, dass Straftaten nicht zufällig im Raum verteilt sind, sondern bestimmten räumlichen Mustern folgen.
Zentrale Annahme ist, dass Täter sich in ihrem Alltag entlang bestimmter Aktivitätsräume bewegen – etwa zwischen Wohnort, Arbeitsplatz, Schule oder Freizeitorten. Straftaten entstehen häufig dort, wo sich diese Bewegungsmuster mit geeigneten Gelegenheiten überschneiden.
Zu den wichtigsten theoretischen Ansätzen innerhalb der Environmental Criminology gehören:
Diese Perspektiven betonen die Bedeutung von Gelegenheitsstrukturen, räumlicher Organisation von Städten und alltäglichen Bewegungsmustern für die Entstehung von Kriminalität.
Environmental Criminology hat starken Einfluss auf moderne Polizeistrategien wie Hotspot Policing, Crime Mapping oder städtebauliche Kriminalprävention.
Theoriebezug
Crime Pattern Theory, Routine Activity Theory, Rational Choice Theory, Situational Crime Prevention