Kurzdefinition
Evaluation bezeichnet die systematische Untersuchung von Maßnahmen, Programmen oder Interventionen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, Effizienz und unbeabsichtigten Nebenfolgen.
Ausführliche Erklärung
In der Sozial- und Kriminalwissenschaft dient Evaluation dazu, politische Programme, kriminalpräventive Maßnahmen oder polizeiliche Interventionen empirisch zu überprüfen. Ziel ist es festzustellen, ob eine Maßnahme die angestrebten Wirkungen erzielt, für welche Zielgruppen sie wirkt und unter welchen Bedingungen sie möglicherweise scheitert oder kontraproduktiv ist.
Unterschieden werden u. a. Prozess-Evaluationen (Wie wird eine Maßnahme umgesetzt?), Wirkungs-Evaluationen (Welche Effekte treten auf?) und Kosten-Nutzen-Analysen. In der Kriminologie sind randomisierte Kontrollstudien, Quasi-Experimente und Längsschnittdesigns besonders verbreitet. Evaluation ist damit ein zentrales Instrument evidenzbasierter Kriminalpolitik, steht jedoch auch in der Kritik, da komplexe soziale Prozesse nicht vollständig messbar sind und normative Fragen nicht durch empirische Befunde ersetzt werden können.
Theoriebezug
Evaluation ist eng mit evidenzbasierter Politik, Rational-Choice-Ansätzen, Präventionsforschung sowie Theorien sozialer Kontrolle verknüpft. Kritisch reflektiert wird sie u. a. in der Kritischen Kriminologie und Gouvernementalitätsforschung.