Kurzdefinition
Evidence-Based Policing bezeichnet einen Ansatz der Polizeiarbeit, bei dem Entscheidungen systematisch auf empirische Forschungsergebnisse gestützt werden.
Ausführliche Erklärung
Evidence-Based Policing (EBP) überträgt das Prinzip evidenzbasierter Praxis aus der Medizin auf die Polizeiarbeit. Ziel ist es, polizeiliche Strategien, Taktiken und Interventionen anhand wissenschaftlicher Evaluationen zu bewerten und diejenigen Maßnahmen zu priorisieren, die nachweislich wirksam sind.
Zentrale Forschungsfelder sind u. a. Hot Spots Policing, Problem-Oriented Policing, Abschreckungsstrategien und präventive Interventionen. Der Ansatz ist eng mit dem Werk von Lawrence W. Sherman verbunden, insbesondere mit dem Sherman Report (1997).
Kritisch wird angemerkt, dass Evidence-Based Policing zur Technokratisierung polizeilicher Praxis beitragen kann, normative Fragen von Macht, Legitimität und Gerechtigkeit ausblendet und lokale Kontexte nur unzureichend berücksichtigt.
Theoriebezug
Evidence-Based Policing ist mit Abschreckungstheorien, Präventionstheorien und der Defiance Theory verbunden, zugleich aber Gegenstand kritischer Perspektiven der Polizeisoziologie und Gouvernementalitätsforschung.