• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen
  • Zur Fußzeile springen

SozTheo

Sozialwissenschaftliche Theorien

  • Soziologie
    • Soziologische Theorien
    • Allgemeine Soziologie
    • Stadtsoziologie
    • Soziologie der Gewalt
    • Polizeigeschichte
    • Seminar: Polizei & Pop
    • Schlüsselwerke der Soziologie
  • Kriminologie
    • Schlüsselwerke der Kriminologie
  • Kriminalitätstheorien
    • Theorienfinder
    • Anomie-/ Druck-Theorien
    • Biologische Kriminalitätstheorien
    • Konflikttheorien
    • Karriere/ Entwicklung/ Lebenslauf
    • Kontrolle
    • Kultur/ Emotion/ Situation
    • Lernen/ Subkultur
    • Rational Choice
    • Sanktionierung
    • Soziale Desorganisation
  • Dossiers
    • Personenregister
    • Forschungsprojekt: Rap & Polizei
    • Cannabis: Artikelserie
    • Mode, Körper und Devianz
  • Empirische Sozialforschung
    • Forschungsdesign
    • Operationalisierung
    • Stichprobe (Sampling)
    • Quantitative Methoden
      • Standardisierte Befragungen
      • Experiment
    • Qualitative Methoden
      • Experteninterview
      • Beobachtung
      • Dokumentenanalyse
      • Inhaltsanalyse
      • Diskursanalyse
      • Grounded Theory
    • Qualitätskriterien für wissenschaftliches Arbeiten
  • Wissenschaftliches Arbeiten
    • Bachelorarbeit Thema finden
    • Systematische Literaturrecherche
    • Exposé schreiben
    • Hausarbeit schreiben
    • Wissenschaftliche Arbeit schreiben
    • APA-Stil zitieren
    • Checkliste wissenschaftliche Arbeit
  • Glossar
Sie befinden sich hier: Home / Glossar / Primäre Devianz

Primäre Devianz

Kurzdefinition

Primäre Devianz bezeichnet gelegentliche oder geringfügige Normverletzungen, die von der betroffenen Person nicht als Teil ihrer Identität verstanden werden und keine dauerhafte soziale Etikettierung nach sich ziehen.

Ausführliche Erklärung

Der Begriff der primären Devianz wurde von dem amerikanischen Soziologen Edwin M. Lemert im Rahmen des Labeling Approach geprägt. Er bezeichnet Handlungen, die gegen gesellschaftliche Normen verstoßen, ohne dass daraus eine stabile abweichende Identität entsteht.

Primäre Devianz ist weit verbreitet und gehört zum normalen sozialen Leben. Viele Menschen begehen im Laufe ihres Lebens kleinere Regelverstöße – etwa Schwarzfahren, Ladendiebstähle im Jugendalter, Sachbeschädigungen, Drogenkonsum oder andere Formen geringfügiger Devianz –, ohne sich selbst als „Kriminelle“ zu verstehen oder von ihrer Umwelt dauerhaft als solche wahrgenommen zu werden.

Entscheidend ist, dass die Handlung zunächst keine grundlegenden Folgen für die soziale Identität der betroffenen Person hat. Erst wenn soziale Kontrollinstanzen wie Polizei, Schule, Familie, Medien oder Justiz auf die Normverletzung reagieren und die Person wiederholt als „abweichend“ definieren, kann ein Prozess der Etikettierung in Gang gesetzt werden.

Aus Sicht des Labeling Approach liegt die eigentliche Bedeutung primärer Devianz daher nicht in der Handlung selbst, sondern in den möglichen gesellschaftlichen Reaktionen auf diese Handlung. Wird die Normverletzung öffentlich thematisiert und die Person stigmatisiert, kann daraus sekundäre Devianz entstehen.

Theoriebezug

Primäre Devianz ist ein zentrales Konzept des Labeling Approach und der Etikettierungstheorie. Der Begriff wurde von Edwin M. Lemert eingeführt und bildet gemeinsam mit der sekundären Devianz die Grundlage für die Analyse von Stigmatisierungs– und Kriminalisierungsprozessen.

Verwandte Begriffe

Devianz Etikettierungstheorie (Labeling Approach) Kriminelle Karriere Stigmatisierung Zuschreibung

Weiterführende Beiträge

primäre und sekundäre Devianz nach Lemert

Labelling – primäre und sekundäre Devianz (Lemert)

Edwin M. Lemert entwickelte mit der Unterscheidung zwischen primärer und sekundärer Devianz einen zentralen Baustein des Labelling Ansatzes. Während primäre Devianz erste Normverletzungen bezeichnet, beschreibt sekundäre Devianz die Stabilisierung abweichenden Verhaltens infolge gesellschaftlicher Reaktionen und Etikettierungen. Ein Individuum begeht zunächst…

Etiketten als Symbol für den Labelling-Ansatz (deutsch: Etikettierungsansatz) der Kriminologie

Labelling-Ansatz (Überblick)

Der Labelling Ansatz (auch: Etikettierungstheorie oder Labeling Approach) ist eine soziologische Kriminalitätstheorie, die Devianz als Ergebnis gesellschaftlicher Zuschreibungsprozesse versteht. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, warum Menschen kriminell werden, sondern wie bestimmte Handlungen und Personen überhaupt als „abweichend“ oder „kriminell“…



← Zur Glossarübersicht

Seitenspalte

Über SozTheo

Prof. Dr. Christian Wickert

Prof. Dr. Christian Wickert
Soziologe & Kriminologe an der HSPV NRW. Betreiber von SozTheo.de und SozTheo.com. Verfasser dieses Beitrags.

→ Zur Profilseite

Beliebte Inhalte

Links

SozTheo.com Logo
SozTheo.com (englisch)
Criminologia Logo
Criminologia Kriminologie-Blog
Krimpedia Logo
Krimpedia

Webseite durchsuchen

Footer

Über SozTheo

SozTheo ist eine Informations- und Ressourcensammlung, die sich an alle an Soziologie und Kriminologie interessierten Leserinnen und Leser richtet.

SozTheo wurde als private Seite von Prof. Dr. Christian Wickert, Dozent für die Fächer Soziologie und Kriminologie an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen, erstellt. Die hier verfügbaren Beiträge und verlinkten Artikel spiegeln nicht die offizielle Meinung, Haltung oder Lehrpläne der HSPV NRW wider.

Impressum & Kontakt

  • Impressum & Datenschutz
  • Sitemap
  • zurück zur Startseite

Partnerseiten

Criminologia – Kriminologie-Blog

Krimpedia

Looking for the English version? Visit soztheo.com

Spread the word


Teile diesen Beitrag
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 

Social Media

Besuche SozTheo auf Facebook

Besuche SozTheo auf Instagram

© 2026 · SozTheo · Admin