Kurzdefinition
Selbstkontrolle bezeichnet die Fähigkeit, Impulse zu steuern und kurzfristige Versuchungen zugunsten langfristiger Ziele zu kontrollieren.
Ausführliche Erklärung
Selbstkontrolle umfasst kognitive, emotionale und soziale Komponenten, die es Individuen ermöglichen, Verhalten zu regulieren. Sie wird überwiegend in der Kindheit durch Erziehung, Bindung und soziale Kontrolle ausgebildet. Niedrige Selbstkontrolle erhöht statistisch die Wahrscheinlichkeit für riskantes, impulsives oder deviantes Verhalten. In der Kriminologie spielt Selbstkontrolle als generalisierter Risikofaktor eine zentrale Rolle in der Erklärung von Kriminalität.
Theoriebezug
Zentral im Ansatz von Gottfredson & Hirschi (General Theory of Crime). Relevanz auch für Kontrolltheorien, Sozialisationstheorien und Entwicklungsforschung.
Verwandte Begriffe
Weiterführende Beiträge
General Theory of Crime (Gottfredson & Hirschi)
Die General Theory of Crime erklärt Kriminalität durch das Zusammenspiel von individuellen Eigenschaften und situativen Gelegenheiten. Im Zentrum der Theorie steht das Konzept der Selbstkontrolle. Personen mit geringer Selbstkontrolle neigen eher zu impulsivem, risikoreichem und kurzfristig belohnendem Verhalten. Treffen solche…