Howard S. Becker

Howard S. Becker, 2012
Howard S. Becker, 2012
Thierry Caro, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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Howard S. Becker war ein US-amerikanischer Soziologe, der als einer der bedeutendsten Vertreter des symbolischen Interaktionismus und der Soziologie der Devianz gilt. Er lehrte an Universitäten wie der University of Chicago und der Northwestern University. Neben seinen Beiträgen zur Devianzforschung wurde Becker auch für seine Arbeiten zur Musiksoziologie, Kunstsoziologie und Wissenschaftssoziologie bekannt. Sein Stil war geprägt von ethnografischer Nähe, theoretischer Präzision und methodologischer Reflexion.

Beckers Schlüsselwerk Outsiders: Studies in the Sociology of Deviance (1963) gilt als Klassiker der Devianzsoziologie. Darin entwickelt er den Labeling Approach, der Devianz nicht als Eigenschaft bestimmter Handlungen oder Personen versteht, sondern als Ergebnis eines gesellschaftlichen Zuschreibungsprozesses. Devianz entsteht demnach erst durch die soziale Reaktion auf Regelverletzungen – insbesondere durch Instanzen sozialer Kontrolle wie Polizei, Justiz oder Medien.

Zentrale These:

“Deviance is not a quality of the act the person commits, but rather a consequence of the application by others of rules and sanctions to an ‘offender’.”

Becker zeigt dies u. a. am Beispiel von Marihuana-Konsumenten und der Musikszene, und betont die Rolle sozialer Gruppen, moralischer Unternehmer und professioneller Kontrollinstanzen bei der Konstruktion von Abweichung. Seine Arbeiten beeinflussten nicht nur die Kriminologie, sondern auch die Cultural Studies, Queer Theory und kritische Drogenforschung.

Schlüsselwerke

  • Becker, H. S. (1963). Outsiders: Studies in the Sociology of Deviance. Free Press.

  • Becker, H. S. (1982). Art Worlds. University of California Press.

  • Becker, H. S. (1998). Tricks of the Trade: How to Think About Your Research While You’re Doing It. University of Chicago Press.

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