John Braithwaite
Personenprofil
- Name: John Braithwaite
- Geburtsjahr: 1951
- Land: Australien
- Disziplin(en): Kriminologie, Rechtswissenschaft, Soziologie
- Themen: Stigmatisierung, Restorative Justice, Etikettierungstheorie (Labeling Approach)
Weitere Informationen
John Braithwaite ist ein australischer Kriminologe und Soziologe, der international vor allem durch seine Arbeiten zur Restorative Justice und zur Theorie der reintegrativen Beschämung bekannt wurde. Er ist emeritierter Professor an der Australian National University (ANU) in Canberra, wo er das RegNet (Regulatory Institutions Network) gründete und zahlreiche interdisziplinäre Forschungsprojekte initiierte – unter anderem zu Regulierung, Unternehmenskriminalität, Menschenrechten und Transitionsjustiz.
Mit dem Buch Crime, Shame and Reintegration (1989) legte Braithwaite eine Theorie vor, die aufzeigt, wie soziale Reaktionen auf Devianz kriminelles Verhalten entweder verstärken oder verhindern können. Zentral ist dabei die Unterscheidung zwischen stigmatisierender und reintegrativer Beschämung. Letztere soll Täter:innen zur Verantwortung ziehen, ohne sie dauerhaft aus der Gemeinschaft auszuschließen. Braithwaite verbindet damit Ansätze aus der Labeling-Theorie, kommunitaristischen Ethiken und der empirischen Forschung zu normativen Bindungen. Seine Theorie wurde zur Grundlage vieler Programme im Bereich der Restorative Justice und findet international breite Anwendung – von Schulmediation bis zur Friedensarbeit.
Schlüsselwerke
- Crime, Shame and Reintegration (1989)
- Regulatory Capitalism: How It Works, Ideas for Making It Work Better (2008)
- Restorative Justice & Responsive Regulation (2002)
- Corporate Crime in the Pharmaceutical Industry (1984)