Max Horkheimer
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Personenprofil
- Name: Max Horkheimer
- Geburtsjahr: 1895
- Sterbejahr: 1973
- Land: Deutschland / Vereinigte Staaten
- Disziplin(en): Kritische Theorie, Philosophie, Politische Theorie, Soziologie
- Themen: Kritische Theorie, Kapitalismus, Klassenkampf, Moderne, Soziale Ungleichheit, Staat, Macht, Soziale Kontrolle, Diskriminierung, Antisemitismus, Exklusion, Devianz, Moral, Normen, Werte
Weitere Informationen
Max Horkheimer war einer der zentralen Begründer der Frankfurter Schule und zählt zu den einflussreichsten Sozialphilosophen des 20. Jahrhunderts. Geboren in Stuttgart und promoviert in Frankfurt, wurde er 1930 Direktor des Instituts für Sozialforschung. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Institut zu einem internationalen Zentrum der marxistisch inspirierten Gesellschaftskritik.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte Horkheimer zunächst nach Genf, später in die USA, wo er an der Columbia University weiterarbeitete. 1950 kehrte er nach Deutschland zurück und spielte eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau des Instituts für Sozialforschung. Sein Werk verbindet Soziologie, Philosophie, Psychoanalyse, Politik- und Kulturkritik.
Horkheimer gilt als einer der Begründer der Kritischen Theorie, die gesellschaftliche Machtverhältnisse, Ideologie und Herrschaftsformen analysiert und normativ auf Emanzipation ausgerichtet ist. Gemeinsam mit Theodor W. Adorno formulierte er die Theorie der Dialektik der Aufklärung: eine fundamentale Kritik moderner Rationalität, die Rationalisierung, Herrschaft und instrumentelle Vernunft zusammenführt.
Zentrale Themen seiner Theorie sind Autoritarismus, Kulturindustrie, Entfremdung, Antisemitismus und die Dialektik von Fortschritt und Herrschaft. Horkheimer betonte, dass soziale Wissenschaft nicht neutral sein könne, sondern kritisch auf die Bedingungen menschlicher Freiheit zielen müsse. Seine Arbeiten beeinflussen bis heute politische Soziologie, Kulturkritik, Medienanalyse, Kriminologie und Migrationsforschung.
Schlüsselwerke
- Traditionelle und kritische Theorie (1937)
- Dialektik der Aufklärung (mit Theodor W. Adorno, 1944/47)
- Eclipse of Reason (1947)
- Kritik der instrumentellen Vernunft (1967)
- Dämmerung (1926–1931)