Der Zusammenhang von Migration und Kriminalität zählt seit Jahrzehnten zu den kontroversesten Themen der kriminalpolitischen und gesellschaftlichen Debatte. Insbesondere die jährlich veröffentlichten Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) werden regelmäßig als Beleg dafür herangezogen, dass nichtdeutsche Personen überproportional häufig an Straftaten beteiligt seien. Solche Interpretationen greifen jedoch häufig zu kurz. Die
Kriminologie
William Foote Whyte – Street Corner Society (1943)
Mit Street Corner Society veröffentlichte William Foote Whyte 1943 eine der einflussreichsten ethnographischen Studien der Soziologie. Das Werk basiert auf mehrjähriger Feldforschung in einem italienisch-amerikanischen Arbeiterviertel Bostons, das Whyte unter dem Pseudonym „Cornerville“ beschreibt. Anstatt Armut, Jugendgruppen und Devianz aus der Distanz zu analysieren, lebte Whyte über Jahre im Untersuchungsgebiet
Was ist Medienkriminologie?
Kriminalität gehört zu den Themen, die in modernen Gesellschaften besonders viel Aufmerksamkeit erhalten. Straftaten werden in Nachrichtensendungen berichtet, in Filmen und Serien inszeniert, in Podcasts diskutiert, in Musik verarbeitet und in sozialen Netzwerken kommentiert. Gleichzeitig haben die meisten Menschen nur selten unmittelbare Erfahrungen mit schweren Straftaten, Gerichtsverfahren oder dem Strafvollzug.
Theoretische Perspektiven
Kriminalität ist mehr als die Verletzung von Gesetzen. Sie ist zugleich ein kulturelles, soziales und kommunikatives Phänomen. Vorstellungen von Kriminalität entstehen nicht allein durch Straftaten selbst, sondern auch durch Erzählungen, Bilder, Symbole, Medienberichte, Musik, Filme oder öffentliche Debatten. Was als gefährlich, abweichend oder bedrohlich gilt, wird gesellschaftlich ausgehandelt und kulturell
Collective Efficacy Theory (Sampson)
Collective Efficacy (dt.: kollektive Handlungsfähigkeit) bezeichnet die Fähigkeit einer Nachbarschaft, gemeinsame Normen durchzusetzen und informelle soziale Kontrolle auszuüben. Die Theorie wurde von Robert J. Sampson, Stephen W. Raudenbush und Felton Earls entwickelt und gilt heute als eine der wichtigsten Weiterentwicklungen der klassischen Theorie der Sozialen Desorganisation. Merkzettel Collective Efficacy Theory
Schöngerechnete Kriminalität? Die „PKS-Ausland“ und das Problem statistischer Auslagerung
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) gilt in Deutschland als das zentrale Lagebild der Kriminalität. Jahr für Jahr werden ihre Zahlen von Innenministerien vorgestellt, in Nachrichtensendungen diskutiert und in politischen Debatten aufgegriffen. Besonders im Fokus stehen dabei meist nur wenige Kennzahlen: Steigt oder sinkt die Kriminalität? Wie hoch ist die Aufklärungsquote? Und

