Kriminalitätstheorien gelten vielen Studierenden zunächst als trocken und abstrakt. Dabei begegnen sie uns fast täglich – im Kino, in Fernsehserien und auf Streaming-Plattformen. Vorstellungen von Serienmördern, Jugendkriminalität, Polizei oder Gefängnissen entstehen häufig lange bevor wir uns wissenschaftlich mit diesen Themen beschäftigen. Filme erzählen Geschichten über soziale Ungleichheit, Macht, Gewalt, Kontrolle
Kriminologie
Lehrtext: Migration und Kriminalität (Gastbeitrag)
Der Zusammenhang von Migration und Kriminalität zählt seit Jahrzehnten zu den kontroversesten Themen der kriminalpolitischen und gesellschaftlichen Debatte. Insbesondere die jährlich veröffentlichten Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) werden regelmäßig als Beleg dafür herangezogen, dass nichtdeutsche Personen überproportional häufig an Straftaten beteiligt seien. Solche Interpretationen greifen jedoch häufig zu kurz. Die
Sanktionen und soziale Kontrolle: Formen, Funktionen und Bedeutung
Gesellschaften funktionieren nicht allein deshalb, weil Menschen Gesetze kennen oder moralische Werte teilen. Soziale Ordnung entsteht auch dadurch, dass normgerechtes Verhalten belohnt und Normverletzungen sanktioniert werden. Wer sich an gesellschaftliche Erwartungen hält, erhält häufig Anerkennung, Vertrauen oder soziale Zugehörigkeit. Wer gegen Regeln verstößt, muss dagegen mit Kritik, Ausgrenzung oder formellen
Gefängnis und Strafvollzug – Geschichte, Funktionen und Kritik
Das Gefängnis gehört heute zu den selbstverständlichsten Institutionen moderner Gesellschaften. Wer eine schwere Straftat begeht, dem droht die Freiheitsstrafe. Diese Vorstellung erscheint so vertraut, dass leicht übersehen wird: Das Gefängnis ist eine vergleichsweise junge Erfindung. Über Jahrhunderte hinweg wurden Straftäter nicht primär eingesperrt, sondern körperlich bestraft, verbannt, zur Zwangsarbeit verpflichtet
Schöngerechnete Kriminalität? Die „PKS-Ausland“ und das Problem statistischer Auslagerung
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) gilt in Deutschland als das zentrale Lagebild der Kriminalität. Jahr für Jahr werden ihre Zahlen von Innenministerien vorgestellt, in Nachrichtensendungen diskutiert und in politischen Debatten aufgegriffen. Besonders im Fokus stehen dabei meist nur wenige Kennzahlen: Steigt oder sinkt die Kriminalität? Wie hoch ist die Aufklärungsquote? Und
Geschlecht und Kriminalität
Kriminalität ist nicht geschlechtsneutral. In nahezu allen Ländern und über lange historische Zeiträume hinweg zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Bezug auf Täterschaft, Viktimisierung und gesellschaftliche Reaktionen auf Kriminalität. Während Männer einen überwiegenden Teil der registrierten Straftäter stellen – insbesondere bei Gewalt- und Eigentumsdelikten –, sind Frauen

