Working Girls (1986)

Working Girls begleitet einen Arbeitstag mehrerer Sexarbeiterinnen in einem gehobenen New Yorker Bordell. Statt Sensation oder moralischer Verurteilung zeigt der Film den Alltag einer legalen Erwerbstätigkeit: Terminplanung, Kundenkontakte, Kollegialität und ökonomische Routinen stehen im Mittelpunkt. Dadurch entsteht ein ungewöhnlich nüchterner Blick auf Sexarbeit als soziales Arbeitsfeld.

Film- / Serienprofil

  • Originaltitel: Working Girls
  • Deutscher Titel: Working Girls
  • Erscheinungsjahr: 1986
  • Land: USA
  • Regie / Creator / Showrunner: Lizzie Borden
  • Medium: Spielfilm
  • Laufzeit / Umfang: 91 Minuten
  • Schwerpunkte: Kriminalitätstheorien im Film

Kriminologische Relevanz

Anders als viele Filme über Sexarbeit verzichtet Working Girls auf spektakuläre Gewalt, organisierte Kriminalität oder moralische Zuspitzungen. Stattdessen richtet der Film den Blick auf den unspektakulären Berufsalltag der Frauen: Arbeitsabläufe, soziale Beziehungen, ökonomische Zwänge und die Routinen eines legal betriebenen Bordells stehen im Mittelpunkt. Gerade diese nüchterne Perspektive macht den Film kriminologisch interessant. Er zeigt, wie abweichende oder gesellschaftlich stigmatisierte Lebensformen innerhalb eines spezifischen sozialen Umfelds alltäglich werden und eigenen Regeln, Rollen und Handlungsmustern folgen.

Damit eröffnet Working Girls einen differenzierten Blick auf Devianz als sozialen Prozess. Abweichendes Verhalten erscheint nicht als isolierter Normbruch oder Ausdruck individueller Pathologie, sondern als Ergebnis sozialer Einbindung, beruflicher Routinen und fortschreitender Normalisierung. Der Film eignet sich deshalb besonders zur Veranschaulichung kriminalsoziologischer Karrieremodelle, insbesondere des Karrieremodells von Henner Hess, das die schrittweise Entwicklung und Stabilisierung abweichenden Verhaltens in den Mittelpunkt stellt.

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser