Trainspotting (1996)

Trainspotting basiert auf dem gleichnamigen Kultroman des schottischen Schriftstellers Irvine Welsh und erzählt die Geschichte einer Gruppe heroinabhängiger junger Männer im Edinburgh der 1990er Jahre. Zwischen Drogenkonsum, Beschaffungskriminalität, Freundschaft und dem Wunsch nach einem anderen Leben schwanken die Figuren immer wieder zwischen Ausstieg und Rückfall. Mit schwarzem Humor und stilistischer Radikalität entwickelte sich der Film zu einem Klassiker des britischen Kinos.

Film- / Serienprofil

Kriminologische Relevanz

Trainspotting zeigt eindrucksvoll, wie sich Devianz über einen längeren Zeitraum entwickelt und verfestigt. Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Straftaten, sondern die sozialen Prozesse, durch die Drogenkonsum, Beschaffungskriminalität und Ausgrenzung zunehmend den Alltag der Protagonisten bestimmen. Der Film verdeutlicht, wie persönliche Entscheidungen, soziale Beziehungen, institutionelle Reaktionen und gesellschaftliche Stigmatisierung miteinander verflochten sind und den weiteren Lebensverlauf beeinflussen.

Damit eignet sich Trainspotting besonders zur Veranschaulichung des Verlaufsmodells von Stephan Quensel. Quensel versteht Kriminalität als Ergebnis einer fortlaufenden Interaktion zwischen Delinquenten und gesellschaftlichen Sanktionsinstanzen. Devianz erscheint nicht als punktuelles Ereignis, sondern als dynamischer Prozess, in dem sich individuelles Verhalten und gesellschaftliche Reaktionen gegenseitig beeinflussen und zu einer Verstetigung krimineller Karrieren beitragen können.

Bildquelle: Klaus with K, CC3.0, via Wikimedia Commons

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser