Kurzdefinition
Strafe ist eine soziale Reaktion auf normabweichendes Verhalten, bei der ein als negativ bewertetes Übel zugefügt wird – entweder informell durch soziale Gruppen oder formal durch staatliche Institutionen.
Ausführliche Erklärung
Strafe bezeichnet eine gezielte Reaktion auf eine Regelverletzung, bei der dem Täter ein Übel zugefügt wird, um gesellschaftliche Ordnung wiederherzustellen. In modernen Gesellschaften ist Strafe in der Regel staatlich organisiert (z. B. Freiheitsstrafe, Geldstrafe) und basiert auf einem rechtlich geregelten Verfahren.
Strafe bezeichnet eine gezielte Sanktion, die als Reaktion auf eine Normverletzung verhängt wird. Ziel ist es, das abweichende Verhalten zu ahnden, zu korrigieren oder abzuschrecken. In der Soziologie und Kriminologie wird Strafe nicht nur als juristisches, sondern auch als soziales und politisches Phänomen verstanden, das in unterschiedlichen Kontexten auftritt:
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Formelle Strafen:
Diese sind rechtlich kodifiziert und werden von staatlichen Institutionen (z. B. Gerichten) verhängt – etwa Geldstrafen, Freiheitsstrafen oder Bewährungsauflagen. Grundlage ist ein klar definiertes Gesetz, das Tatbestände und Sanktionen regelt.
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Informelle Strafen:
Diese entstehen im Alltag sozialer Gruppen (Familie, Peergroup, Arbeitsplatz, religiöse Gemeinschaften etc.) und beruhen auf sozialen Normen. Beispiele sind Ausgrenzung, Beschämung, Ablehnung oder Liebesentzug. Auch hier dienen sie der Normdurchsetzung, aber ohne formale Verfahren.
Strafen erfüllen dabei verschiedene Funktionen:
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Vergeltung (retributiv): Wiederherstellung eines moralischen Gleichgewichts durch Bestrafung des Täters.
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Abschreckung (generalpräventiv): Prävention durch Einschüchterung potenzieller Täter.
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Besserung (spezialpräventiv): Resozialisierung des Täters und Verhinderung weiterer Taten.
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Normbestätigung (symbolisch/funktional): Öffentliche Bekräftigung gesellschaftlicher Werte und Regeln.
Kritische Perspektiven – etwa die Kritische Kriminologie oder Michel Foucaults Analyse der Disziplinargesellschaft – hinterfragen die legitimierende Funktion von Strafe. Sie analysieren Strafe nicht nur als Reaktion auf individuelles Fehlverhalten, sondern als Instrument gesellschaftlicher Machtausübung, Kontrolle und Disziplinierung, das soziale Ungleichheiten reproduzieren kann.