Henry: Portrait of a Serial Killer (1986)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: Henry: Portrait of a Serial Killer
- Deutscher Titel: Henry: Portrait of a Serial Killer
- Erscheinungsjahr: 1986
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: John McNaughton
- Medium: Spielfilm
- Laufzeit / Umfang: 83 Minuten
- Schwerpunkte: Serienmord und Gewalt
Kriminologische Relevanz
Henry: Portrait of a Serial Killer zählt zu den einflussreichsten und zugleich verstörendsten Filmen über Serienmord. Im Gegensatz zu vielen späteren Genrevertretern verzichtet der Film bewusst auf psychologische Erklärungen, spektakuläre Ermittlungen oder eine romantisierende Darstellung des Täters. Gewalt erscheint weder als Rätsel noch als Unterhaltung, sondern als erschreckend alltäglicher Bestandteil des Lebens der Figuren.
Kriminologisch eignet sich der Film insbesondere zur Auseinandersetzung mit der medialen Darstellung von Serienmördern. Während populäre Filme Serienkiller häufig als hochintelligente Ausnahmetäter inszenieren, zeigt Henry einen sozial desintegrierten Gewohnheitstäter, dessen Taten kaum einem erkennbaren Muster folgen. Dadurch hinterfragt der Film verbreitete Vorstellungen vom „genialen Serienmörder“ und lenkt den Blick auf soziale Verwahrlosung, Gewaltbiografien und die Banalität extremer Gewalt.
Darüber hinaus gilt Henry: Portrait of a Serial Killer als Meilenstein des modernen Horrorfilms. Seine pseudo-dokumentarische Inszenierung, der Verzicht auf moralische Einordnung und die kompromisslose Darstellung von Gewalt lösten bei Erscheinen erhebliche Kontroversen aus und beeinflussten zahlreiche spätere Filme über Serienmörder.