Psycho
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: Psycho
- Deutscher Titel: Psycho
- Erscheinungsjahr: 1960
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: Alfred Hitchcock
- Medium: Film
- Laufzeit / Umfang: 109 Minuten
- Schwerpunkte: Serienmord und Gewalt
Externe Informationen
Kriminologische Relevanz
Psycho gilt als einer der einflussreichsten Kriminal- und Horrorfilme der Filmgeschichte. Der Film veränderte nachhaltig die öffentliche Wahrnehmung von Gewaltverbrechen, psychischen Störungen und Serienmördern. Insbesondere die Figur Norman Bates wurde zu einem kulturellen Archetyp des psychisch gestörten Täters und beeinflusste zahlreiche spätere Darstellungen von Serienmördern in Film und Fernsehen.
Aus kriminologischer Perspektive ist der Film vor allem wegen seiner Darstellung von Täterpersönlichkeit, sozialer Isolation und psychischer Abweichung interessant. Norman Bates lebt in einer abgeschotteten sozialen Welt, die von familiären Konflikten, Kontrolle und Identitätsproblemen geprägt ist. Der Film thematisiert damit Fragen nach den Ursachen schwerer Gewaltverbrechen und nach dem Verhältnis von individueller Psychologie und sozialem Umfeld.
Gleichzeitig zeigt Psycho, wie populäre Medien Vorstellungen von Kriminalität und Devianz prägen. Viele Elemente, die heute mit Serienmördern verbunden werden, wurden durch den Film popularisiert, obwohl sie nur begrenzt der kriminologischen Realität entsprechen. Die Figur Norman Bates steht daher exemplarisch für die mediale Konstruktion des „monströsen Täters“.
Darüber hinaus kann der Film als Beispiel für die gesellschaftliche Stigmatisierung psychischer Erkrankungen gelesen werden. Die enge Verknüpfung von psychischer Auffälligkeit und Gewalt wurde später sowohl von der Kriminologie als auch von der Psychiatrie kritisch diskutiert.
Kriminologische Einordnung
Kriminalitätstheorien
Labelling – primäre und sekundäre Devianz (Lemert)
Cultural Criminology
Schlüsselwerke
Erving Goffman – Stigma: Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität (1963)
Erving Goffman – Asyle. Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen (1961)
Thomas Scheff – Being Mentally Ill: A Sociological Theory (1966)