Kurzdefinition
Elitekriminalität bezeichnet Straftaten, die von Personen in gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Machtpositionen begangen werden.
Ausführliche Erklärung
Der Begriff verweist darauf, dass Kriminalität nicht ausschließlich in sozial benachteiligten Milieus vorkommt. Auch Angehörige gesellschaftlicher Eliten können Straftaten begehen, etwa durch Korruption, Insiderhandel, Steuerhinterziehung oder Bilanzfälschung. Elitekriminalität bleibt häufig weniger sichtbar als Straßenkriminalität und wird von Öffentlichkeit und Strafverfolgung oftmals anders wahrgenommen. Kritische Kriminologen weisen darauf hin, dass die gesellschaftlichen Schäden solcher Delikte häufig erheblich größer sein können als die vieler klassischer Eigentumsdelikte.
Theoriebezug
Der Begriff steht in enger Verbindung zu Edwin Sutherlands White-Collar-Crime-Ansatz sowie zu kritischen und marxistischen Perspektiven der Kriminologie.
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