Frank Tannenbaum

Frank Tannenbaum, 1915
Frank Tannenbaum, 1915
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Personenprofil

Weitere Informationen

Frank Tannenbaum war ein US-amerikanischer Soziologe, Historiker und Kriminologe, dessen Arbeiten einen nachhaltigen Einfluss auf die Devianz- und Kriminalsoziologie hatten. Er begann seine Laufbahn als politischer Aktivist und Gewerkschafter, bevor er sich der Wissenschaft zuwandte. International bekannt wurde er vor allem durch seine frühe Kritik an strafenden und stigmatisierenden Reaktionen auf abweichendes Verhalten.

Mit seinem Konzept des Dramatization of Evil argumentierte Tannenbaum, dass Kriminalität nicht allein durch die Tat entsteht, sondern wesentlich durch gesellschaftliche Reaktionen und Zuschreibungen verstärkt wird. Strafrechtliche Etikettierung könne demnach zur Verfestigung krimineller Identitäten beitragen. Diese Überlegungen gelten als ein zentraler Vorläufer des späteren Labeling Approach (u. a. Lemert, Becker) und markieren einen frühen Wendepunkt weg von ätiologischen hin zu interaktionistischen Erklärungen von Devianz.

Schlüsselwerke

  • Crime and the Community (1938)
  • Wall Shadows: A Study in American Prisons (1922)
  • Peace by Revolution (1933)