James Q. Wilson
Personenprofil
- Name: James Q. Wilson
- Geburtsjahr: 1931
- Sterbejahr: 2012
- Land: Vereinigte Staaten
- Disziplin(en): Kriminologie, Organisationssoziologie, Politikwissenschaft, Polizeiforschung, Soziologie
- Themen: Broken Windows Ansatz, Zero Tolerance Policing, Soziale Kontrolle, Polizei, Polizeikultur, Prävention, Abschreckung, Kriminalpolitik, Soziale Ordnung, Sicherheitsgefühl
Weitere Informationen
James Q. Wilson war ein einflussreicher US-amerikanischer Politikwissenschaftler und zählt zu den prägendsten Denkern der modernen Kriminal- und Polizeipolitik. Internationale Bekanntheit erlangte er vor allem durch den gemeinsam mit George L. Kelling entwickelten Broken-Windows-Ansatz, der maßgeblich Debatten über Ordnungspolitik, Prävention und Polizeiarbeit seit den 1980er-Jahren geprägt hat.
Wilson verband organisationssoziologische, politikwissenschaftliche und kriminalpolitische Perspektiven. Er analysierte Polizei nicht primär als rechtliche Institution, sondern als Organisation mit eigener Logik, Routinen und Anreizstrukturen. Sein Ansatz betont die Bedeutung informeller Normen, sichtbarer Unordnung und sozialer Kontrolle für Kriminalitätsentwicklung.
Zugleich gilt Wilson als Vertreter eines neokonservativen kriminalpolitischen Paradigmas, das auf Ordnung, Abschreckung und formelle Kontrolle setzt. Seine Thesen wurden weltweit rezipiert, aber auch scharf kritisiert – insbesondere wegen ihrer sozialen Selektivität, der Legitimation repressiver Polizeipraktiken und der Nähe zu Zero-Tolerance-Strategien.
Schlüsselwerke
- Varieties of Police Behavior (1968)
- Thinking About Crime (1975)
- Broken Windows: The Police and Neighborhood Safety (mit George L. Kelling, 1982, Aufsatz)
- Crime and Human Nature (mit Richard J. Herrnstein, 1985)
- Bureaucracy: What Government Agencies Do and Why They Do It (1989)