Paul Walton

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Paul Walton war ein britischer Soziologe und Kriminologe und zählt zu den zentralen Mitbegründern der Kritischen Kriminologie im angelsächsischen Raum. Internationale Bekanntheit erlangte er vor allem durch das gemeinsam mit Ian Taylor und Jock Young verfasste Werk The New Criminology (1973), das als programmatischer Bruch mit positivistischen, individualisierenden Kriminalitätstheorien gilt.

Walton verstand Kriminalität nicht als isoliertes individuelles Fehlverhalten, sondern als gesellschaftlich produziertes Phänomen, das in Machtverhältnisse, Klassenstrukturen und politische Interessen eingebettet ist. Sein Ansatz verbindet marxistische Gesellschaftsanalyse mit devianzsoziologischen und etikettierungstheoretischen Perspektiven.

Ein besonderes Augenmerk legte Walton auf Medienkriminalität, Moralpaniken und die Rolle öffentlicher Diskurse bei der Konstruktion von Devianz. Damit leistete er einen wichtigen Beitrag zur Verbindung von Kriminologie, Medienanalyse und politischer Soziologie. Seine Arbeiten bilden eine wichtige Brücke zwischen Kritischer Kriminologie, Cultural Criminology und späteren Diskursanalysen.

Schlüsselwerke

  • The New Criminology: For a Social Theory of Deviance (mit Ian Taylor & Jock Young, 1973)
  • Crime and the Media: The Problem of Moral Panics (1975)
  • Capitalism and Crime (Aufsätze, 1970er Jahre)