Boys Town (1938)

Father Edward J. Flanagan gründet eine Gemeinschaft für benachteiligte und straffällig gewordene Jungen. Durch Vertrauen, Erziehung und Verantwortung versucht er, Jugendlichen neue Lebensperspektiven zu eröffnen.

Film- / Serienprofil

Kriminologische Relevanz

Boys Town zählt zu den bedeutendsten Filmen über Jugenddelinquenz, Erziehung und Resozialisierung. Anders als klassische Gangsterfilme richtet er den Blick nicht auf die Tat selbst, sondern auf die sozialen und individuellen Entwicklungsbedingungen junger Straftäter. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob delinquentes Verhalten durch geeignete Erziehung, stabile Bezugspersonen und positive soziale Erfahrungen überwunden werden kann.

Besonders gut eignet sich der Film zur Veranschaulichung der Arbeiten von Eleanor und Sheldon Glueck. Deren Untersuchungen zur Jugenddelinquenz betonen die Bedeutung von Persönlichkeit, familiären Beziehungen und früher Sozialisation für die Entstehung krimineller Karrieren. Boys Town greift viele dieser Themen auf und zeigt, wie unterschiedliche Entwicklungsverläufe durch soziale Unterstützung und pädagogische Intervention beeinflusst werden können.

Darüber hinaus berührt der Film grundlegende Themen der Resozialisierung, Jugendhilfe, Prävention und informellen sozialen Kontrolle. Aus heutiger Perspektive wirkt sein optimistisches Menschenbild teilweise idealisiert, dokumentiert jedoch eindrucksvoll den kriminalpolitischen Reformgeist der 1930er Jahre.

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser