Systemsprenger

Die neunjährige Benni gilt als „Systemsprengerin“ – ein Begriff aus der Jugendhilfe für Kinder, die durch aggressives und unberechenbares Verhalten keine dauerhafte Unterbringung finden. Zwischen Pflegefamilien, Wohngruppen, Schule und Jugendamt scheitern immer neue Versuche, ihr Stabilität zu geben. Der Film begleitet Benni auf ihrem verzweifelten Wunsch nach Nähe, Zugehörigkeit und familiärer Geborgenheit.

Film- / Serienprofil

  • Originaltitel: Systemsprenger
  • Deutscher Titel: Systemsprenger
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Land: Deutschland
  • Regie / Creator / Showrunner: Nora Fingscheidt
  • Medium: Film
  • Laufzeit / Umfang: 125
  • Schwerpunkte: Jugend, Devianz und Subkultur

Kriminologische Relevanz

Systemsprenger gehört zu den eindrucksvollsten deutschen Sozialdramen der letzten Jahre und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für Kriminologie und Soziologie.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie moderne Gesellschaften mit Kindern und Jugendlichen umgehen, die sich den Erwartungen zentraler Institutionen entziehen. Der Film zeigt die Grenzen von Jugendhilfe, Schule, Psychiatrie und sozialpädagogischen Einrichtungen und verdeutlicht, wie institutionelle Zuständigkeiten zu einem Kreislauf aus Weitervermittlung und Ausschluss führen können.

Kriminologisch relevant ist insbesondere die Nähe zu Themen wie:

  • Devianz und soziale Kontrolle
  • Stigmatisierung
  • Labeling-Prozesse
  • Exklusion und institutioneller Ausschluss
  • Jugenddelinquenz und Risikokarrieren
  • Kindeswohl und Jugendhilfe
  • Gewalt im Nahraum
  • Traumatisierung und soziale Desintegration

Der Film macht deutlich, dass problematisches Verhalten nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern in engem Zusammenhang mit familiären Belastungen, Traumata und institutionellen Reaktionen steht.

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser