Die Two-Path-Theory (auch: Developmental Taxonomy of Antisocial Behavior) der Kriminologin Terrie E. Moffitt unterscheidet zwei grundlegende Entwicklungsverläufe kriminellen Verhaltens. Grundlage der Theorie ist unter anderem die bekannte Dunedin-Längsschnittstudie, in der rund 1.000 neuseeländische Kinder über mehrere Jahrzehnte hinweg untersucht wurden. Moffitt identifiziert zwei zentrale Tätergruppen: adolescence-limited offenders (zeitlich begrenzte Jugenddelinquenz)
Kriminalitätstheorien
Mehrfaktorenansatz nach Sheldon Glueck & Eleanor Turoff Glueck
Was ist ein Mehrfaktorenansatz? Um die einseitigen Erklärungsversuche einzelner Kriminalitätstheorien zu überwinden und der Komplexität kriminellen Verhaltens besser gerecht zu werden, entwickelten sich sogenannte Mehrfaktorenansätze. Diese gehen davon aus, dass Kriminalität nicht durch einen einzelnen Faktor verursacht wird, sondern durch das Zusammenwirken mehrerer biologischer, psychologischer und sozialer Einflüsse. Je mehr
Lombrosos anthropologische (anthropogenetische) Kriminalitätstheorie
Die anthropologische Kriminalitätstheorie von Cesare Lombroso geht davon aus, dass Kriminalität auf angeborenen körperlichen und psychischen Dispositionen beruht. Im Zentrum steht die Annahme eines atavistischen Verbrechertyps, also eines in der zivilisatorischen Entwicklung zurückgebliebenen Menschen. Merkzettel Der geborene Verbrecher Hauptvertreter: Cesare Lombroso Erstveröffentlichung: 1876 Land: Italien Idee/ Annahme: Kriminelle unterscheiden sich
Biologische Kriminalitätstheorien
Was erklären biologische Kriminalitätstheorien? Biologische Kriminalitätstheorien sind ein zentraler Bestandteil der Kriminalitätstheorien und gehen davon aus, dass individuelle körperliche, genetische oder neurologische Eigenschaften beeinflussen, ob Menschen kriminelle Handlungen begehen. Sie zählen damit zu den ältesten Erklärungsansätzen der Kriminologie und reichen von Lombrosos Theorie des „geborenen Verbrechers“ bis zu modernen biosozialen
Institutionelle Anomietheorie (IAT) (Messner & Rosenfeld)
Nach der Institutionellen Anomietheorie (Institutional Anomie Theory, IAT) entsteht Kriminalität als Folge eines strukturellen Ungleichgewichts zwischen gesellschaftlichen Institutionen. Besonders problematisch ist eine Dominanz der Wirtschaft über andere gesellschaftliche Bereiche wie Familie, Bildung oder Politik. In solchen Gesellschaften durchdringt die Logik wirtschaftlicher Effizienz zunehmend andere Institutionen, etwa das Bildungssystem oder die
General Strain Theory (Agnew)
Die General Strain Theory von Robert Agnew geht davon aus, dass kriminelles Verhalten häufig aus belastenden Erfahrungen (strain) entsteht. Solche Belastungen können nach Agnew auf drei unterschiedlichen Faktoren beruhen: Das Scheitern, ein Ziel zu erreichen Die Existenz von schädlichen Impulsen und Das Entfernen von positiven Impulsen. Belastungen produzieren negative Emotionen

