13th (2016)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: 13th
- Deutscher Titel: Der 13.
- Erscheinungsjahr: 2016
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: Ava DuVernay
- Medium: Dokumentation
- Laufzeit / Umfang: 100 Minuten
- Schwerpunkte: Gefängnis und Strafvollzug
Kriminologische Relevanz
13th interpretiert das amerikanische Strafjustizsystem als Ergebnis historischer und gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Die Dokumentation argumentiert, dass Masseninhaftierung nicht allein auf steigende Kriminalität zurückzuführen sei, sondern eng mit politischen Entscheidungen, wirtschaftlichen Interessen und der historischen Entwicklung rassistischer Herrschaftsstrukturen verbunden ist. Strafrecht erscheint damit nicht ausschließlich als Instrument der Kriminalitätsbekämpfung, sondern zugleich als Mittel sozialer Kontrolle.
Darüber hinaus zeigt 13th, wie politische Kampagnen wie der „War on Drugs“ oder „Tough on Crime“-Strategien zur Ausweitung des Strafvollzugs beigetragen haben. Die Dokumentation thematisiert dabei auch die Rolle privater Gefängnisse, wirtschaftlicher Interessen und medialer Kriminalitätsdiskurse bei der Legitimation repressiver Strafpolitik.
Als engagierter Dokumentarfilm vertritt 13th eine klar normative Perspektive und greift zahlreiche Argumente der Kritischen Kriminologie auf. Gerade dadurch eignet sich die Dokumentation hervorragend, um unterschiedliche kriminalpolitische Positionen sowie die gesellschaftlichen Funktionen von Strafe, Gefängnis und sozialer Kontrolle kritisch zu diskutieren.
Kriminologische Einordnung
Kriminalitätstheorien
Konflikttheorien der Kriminologie (herrschafts- und gesellschaftskritische Ansätze)
Schlüsselwerke
Michelle Alexander – The New Jim Crow (2010)
Angela Y. Davis – Are Prisons Obsolete? (2003)
Loïc Wacquant – Bestrafen der Armen (2009)