Scared Straight! (1978)

Der vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilm begleitet eine Gruppe jugendlicher Straftäter bei einem Besuch im Hochsicherheitsgefängnis Rahway State Prison in New Jersey. Dort versuchen langjährig Inhaftierte, die Jugendlichen mit drastischen Schilderungen und einschüchternden Konfrontationen von einer kriminellen Laufbahn abzubringen.

Film- / Serienprofil

Kriminologische Relevanz

Scared Straight! dokumentiert eines der bekanntesten kriminalpräventiven Programme der Vereinigten Staaten. Ziel des sogenannten Scared-Straight-Ansatzes war es, straffällig gewordene oder gefährdete Jugendliche durch die unmittelbare Konfrontation mit den harten Lebensbedingungen im Gefängnis von weiteren Straftaten abzuschrecken. Der Film veranschaulicht damit klassische Vorstellungen der Abschreckungstheorie, wonach die Furcht vor Strafe kriminelles Verhalten verhindern soll.

Aus heutiger Sicht besitzt der Dokumentarfilm vor allem kriminalhistorische Bedeutung. Zahlreiche Evaluationsstudien kamen zu dem Ergebnis, dass Scared-Straight-Programme ihr Ziel nicht erreichen und teilweise sogar zu höheren Rückfallquoten führen. Als Erklärungen werden unter anderem diskutiert, dass manche Jugendliche die Gefängnisinsassen nicht als abschreckende Warnung, sondern als bewunderte Vorbilder wahrnehmen, autoritär inszenierte Einschüchterungsversuche mit Ablehnung reagieren oder die eigentlichen Ursachen ihrer Delinquenz durch das Programm unverändert bleiben. Der Film eignet sich deshalb hervorragend, um den Unterschied zwischen intuitiv plausibel erscheinenden Präventionsmaßnahmen und ihrer empirischen Wirksamkeit zu diskutieren.

Bildquelle: The original uploader was Wasted Time R at English Wikipedia., CC BY 3.0 , via Wikimedia Commons

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser