Scared Straight! (1978)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: Scared Straight!
- Deutscher Titel: Scared Straight!
- Erscheinungsjahr: 1978
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: Arnold Shapiro
- Medium: Dokumentation
- Laufzeit / Umfang: 96 Minuten
- Schwerpunkte: Gefängnis und Strafvollzug, Kriminalitätstheorien im Film
Kriminologische Relevanz
Scared Straight! dokumentiert eines der bekanntesten kriminalpräventiven Programme der Vereinigten Staaten. Ziel des sogenannten Scared-Straight-Ansatzes war es, straffällig gewordene oder gefährdete Jugendliche durch die unmittelbare Konfrontation mit den harten Lebensbedingungen im Gefängnis von weiteren Straftaten abzuschrecken. Der Film veranschaulicht damit klassische Vorstellungen der Abschreckungstheorie, wonach die Furcht vor Strafe kriminelles Verhalten verhindern soll.
Aus heutiger Sicht besitzt der Dokumentarfilm vor allem kriminalhistorische Bedeutung. Zahlreiche Evaluationsstudien kamen zu dem Ergebnis, dass Scared-Straight-Programme ihr Ziel nicht erreichen und teilweise sogar zu höheren Rückfallquoten führen. Als Erklärungen werden unter anderem diskutiert, dass manche Jugendliche die Gefängnisinsassen nicht als abschreckende Warnung, sondern als bewunderte Vorbilder wahrnehmen, autoritär inszenierte Einschüchterungsversuche mit Ablehnung reagieren oder die eigentlichen Ursachen ihrer Delinquenz durch das Programm unverändert bleiben. Der Film eignet sich deshalb hervorragend, um den Unterschied zwischen intuitiv plausibel erscheinenden Präventionsmaßnahmen und ihrer empirischen Wirksamkeit zu diskutieren.
Bildquelle: The original uploader was Wasted Time R at English Wikipedia., CC BY 3.0 , via Wikimedia Commons
Kriminologische Einordnung
Kriminalitätstheorien
Abschreckungstheorien (deterrence theories)
Rational Choice Theory
Schlüsselwerke
Michel Foucault – Überwachen und Strafen (1975)
David Garland – The Culture of Control: Crime and Social Order in Contemporary Society (2001)
Michael Tonry – Thinking About Crime (2004)