Kurzdefinition
Clan-Kriminalität bezeichnet ein politisch und medial geprägtes Schlagwort für bestimmte Formen von Kriminalität, die Angehörigen von Großfamilien mit Migrationshintergrund zugeschrieben werden.
Ausführliche Erklärung
Der Begriff ist kein klar definierter juristischer Terminus, sondern ein umstrittenes Konstrukt. Gemeint sind in der Regel Delikte, die von Angehörigen bestimmter Großfamilien begangen werden, häufig mit arabischem, türkischem oder kurdischem Migrationshintergrund. Diese Form der Kriminalität wird oft mit Eigentums- und Gewaltdelikten, Drogenhandel oder Schutzgelderpressung in Verbindung gebracht.
Kritisch wird angemerkt, dass „Clan-Kriminalität“ stark medial dramatisiert und politisch instrumentalisiert wird, insbesondere seit der sogenannten Flüchtlingskrise 2015. Die Zuschreibung kann fremdenfeindliche Ressentiments verstärken und führt mitunter zu Formen der „Sippenhaftung“, bei denen ganze Familien oder Communities unter Generalverdacht gestellt werden.
Empirisch macht Clan-Kriminalität nur einen kleinen Teil der Gesamtkriminalität aus. Von größerer gesellschaftlicher Bedeutung sind etwa Organisierte Kriminalität in mafiösen Strukturen oder Wirtschaftskriminalität.