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Diffusion of Benefits

Kurzdefinition

Diffusion of Benefits bezeichnet den positiven Nebeneffekt kriminalpräventiver Maßnahmen, bei dem die Kriminalität auch in Bereichen zurückgeht, die von den Maßnahmen gar nicht unmittelbar betroffen sind.

Ausführliche Erklärung

Die Diffusion of Benefits beschreibt ein Phänomen der Kriminalprävention, bei dem die Wirkung präventiver Maßnahmen über ihren eigentlichen Zielbereich hinausreicht. Täter überschätzen dabei häufig die Reichweite oder Intensität von Kontrollmaßnahmen und verzichten deshalb auch an Orten oder zu Zeiten auf Straftaten, an denen die Maßnahmen tatsächlich gar nicht greifen.

Beispielsweise kann die Installation von Überwachungskameras an einem bestimmten Kriminalitätsschwerpunkt dazu führen, dass Straftaten nicht nur an diesem Ort zurückgehen, sondern auch in benachbarten Straßen oder Stadtteilen. Ähnliche Effekte wurden bei verstärkten Polizeikontrollen, verbesserten Sicherungstechniken oder Maßnahmen der Städtebaulichen Kriminalprävention beobachtet.

Die Diffusion of Benefits steht damit im Gegensatz zum Verdrängungseffekt (Displacement). Während beim Verdrängungseffekt Kriminalität auf andere Orte, Zeiten oder Ziele ausweicht, führen Diffusionseffekte zu einem zusätzlichen Rückgang von Kriminalität über den eigentlichen Interventionsbereich hinaus.

In der kriminologischen Forschung gilt die Diffusion of Benefits heute als wichtiger Grund dafür, warum situative Präventionsmaßnahmen häufig erfolgreicher sind als ursprünglich angenommen.

Theoriebezug

Der Begriff spielt insbesondere in der Situational Crime Prevention, im Routine Activity Approach, in der Crime Pattern Theory sowie in der Städtebaulichen Kriminalprävention eine wichtige Rolle.

Verwandte Begriffe

CPTED Hotspot Prävention Routine Activity Theory Situational Crime Prevention Städtebauliche Kriminalprävention Verdrängungseffekt (Displacement)

Weiterführende Beiträge

Hostile architecture Sitzbank mit Armlehnen als Beispiel situativer Kriminalprävention

Situational Crime Prevention (Clarke)

Die Situational Crime Prevention (situative Kriminalprävention) ist ein kriminalpräventiver Ansatz, der darauf abzielt, Kriminalität durch Veränderungen konkreter Situationen zu reduzieren. Anstatt sich primär auf die Ursachen kriminellen Verhaltens zu konzentrieren, versucht dieser Ansatz, Tatgelegenheiten zu verringern oder Straftaten weniger attraktiv…

Unbeaufsichtigtes Fahrrad als Beispiel für eine Tatgelegenheit im Routine Activity Approach.

Routine Activity Approach

Der Routine Activity Approach erklärt Kriminalität als Ergebnis bestimmter situativer Konstellationen. Nach diesem Ansatz entsteht eine Straftat dann, wenn drei Elemente gleichzeitig zusammentreffen: ein motivierter Täter, ein geeignetes Tatobjekt und das Fehlen eines wirksamen Schutzes. Der Routine Activity Approach gehört…

Crime Pattern Theory – Analyse räumlicher Kriminalitätsmuster auf einer Stadtkarte

Crime Pattern Theory (Brantingham & Brantingham)

Die Crime Pattern Theory ist eine zentrale Theorie der Environmental Criminology und erklärt, warum sich Kriminalität in bestimmten räumlichen Mustern konzentriert. Die von Paul J. Brantingham und Patricia L. Brantingham entwickelte Theorie geht davon aus, dass Straftaten nicht zufällig über…



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Prof. Dr. Christian Wickert
Soziologe & Kriminologe an der HSPV NRW. Betreiber von SozTheo.de und SozTheo.com. Verfasser dieses Beitrags.

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