Kurzdefinition
Diffusion of Benefits bezeichnet den positiven Nebeneffekt kriminalpräventiver Maßnahmen, bei dem die Kriminalität auch in Bereichen zurückgeht, die von den Maßnahmen gar nicht unmittelbar betroffen sind.
Ausführliche Erklärung
Die Diffusion of Benefits beschreibt ein Phänomen der Kriminalprävention, bei dem die Wirkung präventiver Maßnahmen über ihren eigentlichen Zielbereich hinausreicht. Täter überschätzen dabei häufig die Reichweite oder Intensität von Kontrollmaßnahmen und verzichten deshalb auch an Orten oder zu Zeiten auf Straftaten, an denen die Maßnahmen tatsächlich gar nicht greifen.
Beispielsweise kann die Installation von Überwachungskameras an einem bestimmten Kriminalitätsschwerpunkt dazu führen, dass Straftaten nicht nur an diesem Ort zurückgehen, sondern auch in benachbarten Straßen oder Stadtteilen. Ähnliche Effekte wurden bei verstärkten Polizeikontrollen, verbesserten Sicherungstechniken oder Maßnahmen der Städtebaulichen Kriminalprävention beobachtet.
Die Diffusion of Benefits steht damit im Gegensatz zum Verdrängungseffekt (Displacement). Während beim Verdrängungseffekt Kriminalität auf andere Orte, Zeiten oder Ziele ausweicht, führen Diffusionseffekte zu einem zusätzlichen Rückgang von Kriminalität über den eigentlichen Interventionsbereich hinaus.
In der kriminologischen Forschung gilt die Diffusion of Benefits heute als wichtiger Grund dafür, warum situative Präventionsmaßnahmen häufig erfolgreicher sind als ursprünglich angenommen.
Theoriebezug
Der Begriff spielt insbesondere in der Situational Crime Prevention, im Routine Activity Approach, in der Crime Pattern Theory sowie in der Städtebaulichen Kriminalprävention eine wichtige Rolle.
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