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Sie befinden sich hier: Home / Glossar / Hegemonie

Hegemonie

Kurzdefinition

Hegemonie bezeichnet die stabile, aber umkämpfte Vorherrschaft bestimmter Gruppen oder Deutungen, die nicht nur auf Zwang, sondern vor allem auf Zustimmung und Alltagsüberzeugungen basiert.

Ausführliche Erklärung

Nach Antonio Gramsci beruht Hegemonie darauf, dass herrschende Gruppen ihre Interessen als allgemeine, „vernünftige“ und „natürliche“ Ordnung darstellen und dafür aktive Zustimmung gewinnen. Diese Vorherrschaft wird in Institutionen, Medien, Alltagskultur und Sprache reproduziert. Im kriminalsoziologischen Kontext erklärt Hegemonie etwa, warum bestimmte Vorstellungen von Kriminalität, Sicherheit oder „gefährlichen Gruppen“ als selbstverständlich gelten, obwohl sie politisch umkämpft sind. Auch rassistische oder klassistische Strafpolitiken können hegemonial verankert sein, wenn sie in Medien, Politik und Alltagserfahrungen ständig bestätigt werden.

Theoriebezug

Gramsci, Cultural Studies (Hall), Kritische Kriminologie, Diskurstheorie; wichtig für Analysen von Strafdiskursen, Law-and-Order-Politik und Neoliberalismus.

Verwandte Begriffe

  • Herrschaft
  • Ideologie
  • Kriminalpolitik
  • Macht
  • Neoliberalismus
  • Populismus
  • Strafdiskurs

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Über SozTheo

Prof. Dr. Christian Wickert

Prof. Dr. Christian Wickert
Soziologe & Kriminologe an der HSPV NRW. Betreiber von SozTheo.de und SozTheo.com. Verfasser dieses Beitrags.

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