• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen
  • Zur Fußzeile springen

SozTheo

Sozialwissenschaftliche Theorien

  • Soziologie
    • Soziologische Theorien
    • Allgemeine Soziologie
    • Stadtsoziologie
    • Soziologie der Gewalt
    • Polizeigeschichte
    • Seminar: Polizei & Pop
    • Schlüsselwerke der Soziologie
  • Kriminologie
    • Schlüsselwerke der Kriminologie
  • Kriminalitätstheorien
    • Theorienfinder
    • Anomie-/ Druck-Theorien
    • Biologische Kriminalitätstheorien
    • Konflikttheorien
    • Karriere/ Entwicklung/ Lebenslauf
    • Kontrolle
    • Kultur/ Emotion/ Situation
    • Lernen/ Subkultur
    • Rational Choice
    • Sanktionierung
    • Soziale Desorganisation
  • Dossiers
    • Personenregister
    • Medien, Kultur & Kriminalität
    • Forschungsprojekt: Rap & Polizei
    • Cannabis: Artikelserie
    • Mode, Körper und Devianz
  • Forschung
    • Forschungsdesign
    • Operationalisierung
    • Stichprobe (Sampling)
    • Quantitative Methoden
      • Standardisierte Befragungen
      • Experiment
    • Qualitative Methoden
      • Experteninterview
      • Beobachtung
      • Dokumentenanalyse
      • Inhaltsanalyse
      • Diskursanalyse
      • Grounded Theory
    • Qualitätskriterien für wissenschaftliches Arbeiten
  • Wissenschaftliches Arbeiten
    • Bachelorarbeit Thema finden
    • Systematische Literaturrecherche
    • Exposé schreiben
    • Hausarbeit schreiben
    • Wissenschaftliche Arbeit schreiben
    • APA-Stil zitieren
    • Checkliste wissenschaftliche Arbeit
  • Film- und Serienkanon
  • Glossar
Sie befinden sich hier: Home / Glossar / Milgram-Experiment

Milgram-Experiment

Kurzdefinition

Das Milgram-Experiment ist eine sozialpsychologische Versuchsanordnung von Stanley Milgram aus den 1960er Jahren, die den Einfluss von Autorität auf menschliches Verhalten untersucht.

Ausführliche Erklärung

Das Milgram-Experiment bezeichnet eine Reihe sozialpsychologischer Experimente, die der US-amerikanische Psychologe Stanley Milgram zwischen 1961 und 1963 an der Yale University durchführte. Ziel der Untersuchungen war es, die Bereitschaft gewöhnlicher Menschen zu erforschen, den Anweisungen einer Autoritätsperson auch dann Folge zu leisten, wenn diese mit den eigenen moralischen Überzeugungen kollidieren.

Den Versuchspersonen wurde erklärt, sie nähmen an einer Studie zum Lernen teil. In der Rolle eines „Lehrers“ sollten sie einer anderen Person bei falschen Antworten zunehmend stärkere elektrische Stromstöße verabreichen. Tatsächlich erhielt der vermeintliche „Schüler“ keine Stromschläge, sondern war Teil des Forschungsteams. Entscheidend war die Frage, wie weit die Versuchspersonen den Anweisungen des Versuchsleiters folgen würden.

Die Ergebnisse zeigten, dass ein überraschend hoher Anteil der Teilnehmer bereit war, die vermeintlich lebensgefährlichen Stromstöße bis zur höchsten Stufe zu verabreichen, obwohl viele erhebliche Zweifel äußerten oder emotional belastet wirkten. Milgram interpretierte dies als Hinweis auf den starken Einfluss legitimer Autorität auf menschliches Verhalten.

Das Experiment zählt zu den bekanntesten Studien der Sozialpsychologie und beeinflusste nachhaltig die Forschung zu Gehorsam, Konformität, Situationismus und sozialem Einfluss. Zugleich löste es intensive ethische Debatten über Täuschung, psychische Belastungen der Versuchspersonen und die Grenzen experimenteller Forschung aus.

Für die Kriminologie besitzt das Milgram-Experiment vor allem Bedeutung für das Verständnis staatlicher Gewalt, institutionellen Handelns sowie der Beteiligung gewöhnlicher Menschen an Unrechtssystemen. Es verdeutlicht, dass schwerwiegende Normverletzungen nicht zwangsläufig auf sadistische Persönlichkeiten zurückgeführt werden müssen, sondern unter bestimmten Bedingungen auch aus Gehorsam gegenüber als legitim wahrgenommenen Autoritäten entstehen können.

Theoriebezug

Das Milgram-Experiment gehört zu den klassischen Studien der Sozialpsychologie. Es liefert wichtige Erkenntnisse zu Gehorsam, Autorität, Konformität und Situationismus. In der Kriminologie wird es insbesondere zur Erklärung staatlicher Gewalt, organisationaler Kriminalität sowie der Beteiligung gewöhnlicher Menschen an Massenverbrechen herangezogen. Die Ergebnisse ergänzen sowohl sozialpsychologische Ansätze als auch kriminologische Theorien, die situative Einflüsse auf menschliches Verhalten betonen.

Verwandte Begriffe

Autorität Konformität

Weiterführende Beiträge

Berlin, Prinz-Albrecht-Straße 8.- Geheimes Staatspolizeihauptamt (vorher Kunstgewerbemuseum, später Reichssicherheitshauptamt / RSHA)

Polizei im Nationalsozialismus

Die Polizei war eine zentrale Stütze des nationalsozialistischen Herrschaftssystems. Entgegen dem lange gepflegten Mythos einer „sauberen Polizei“, die lediglich ordnungspolizeiliche Aufgaben wahrgenommen habe, zeigt die historische Forschung deutlich: Die Polizei war nicht nur Ausführungsorgan, sondern aktiver Träger nationalsozialistischer Herrschaft, Repression…

Polen, Wartheland, Aussiedlung von Polen, 1939

Beteiligung der Polizei am Vernichtungskrieg

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs radikalisierte sich die Rolle der Polizei im nationalsozialistischen Herrschaftssystem grundlegend. Polizeiliche Gewalt beschränkte sich nicht länger auf Überwachung, Verfolgung und Repression im Inneren, sondern wurde in den besetzten Gebieten zu einem zentralen Instrument systematischer…

Polizisten stehen mit dem Rücken zur Kamera vor einer mit Graffiti bemalten Hauswand

Cop Culture (Polizei- vs. Polizistenkultur)

Die Polizei steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen rechtsstaatlicher Verfahrensbindung und realitätsnaher Einsatzpraxis. In diesem Kontext spielt die sogenannte „Cop Culture“ – die informelle Kultur der Polizistinnen – eine zentrale Rolle: Sie prägt das berufliche Selbstverständnis, Handlungsroutinen und den Umgang mit…

Schachspiel als Metapher für strategische Entscheidungen und rationales Handeln.

Rational Choice Theory

Die Rational Choice Theory in der Kriminologie erklärt Kriminalität als Ergebnis rationaler Kosten-Nutzen-Abwägungen. Eine Straftat wird wahrscheinlicher, wenn der erwartete Nutzen der Tat – etwa der Wert des Diebesguts – höher eingeschätzt wird als die möglichen Kosten, etwa das Entdeckungsrisiko,…

Verwandte Filme und Serien

Die folgenden Filme, Serien und Dokumentationen greifen zentrale Aspekte dieses Begriffs auf und veranschaulichen sie anhand konkreter Beispiele. Sie eignen sich als anschauliche Ergänzung zu den wissenschaftlichen Erläuterungen.
Stark verspiegelte Piloten-Sonnenbrille als Symbol für Autorität, Rollenverhalten und Macht in Das Experiment (2001).

Das Experiment (2001)

Spielfilm

Eine Gruppe freiwilliger Teilnehmer nimmt an einem wissenschaftlichen Gefängnisexperiment teil. Aus der Simulation eines Strafvollzugs entwickelt sich innerhalb weniger Tage ein eskalierendes Macht- und Gewaltverhältnis zwischen Wärtern und Gefangenen, das die Grenzen zwischen Rolle und Realität zunehmend verschwimmen lässt.

Schwarzer Schlagstock als Symbol für Autorität, Macht und Gewalt im Stanford Prison Experiment.

The Stanford Prison Experiment (2015)

Spielfilm

Im Sommer 1971 führt der Psychologe Philip Zimbardo an der Stanford University ein Gefängnisexperiment mit freiwilligen Studenten durch. Aus der wissenschaftlichen Simulation entwickelt sich innerhalb weniger Tage ein eskalierendes Machtgefälle zwischen Wärtern und Gefangenen, das schließlich zum Abbruch des Experiments führt.

Brechende Meereswelle als Symbol für die Eigendynamik von Gruppendruck und kollektiver Radikalisierung in Die Welle (2008)

Die Welle (2008)

Spielfilm

Während einer Projektwoche zum Thema Autokratie startet der Lehrer Rainer Wenger ein soziales Experiment, um seinen Schülerinnen und Schülern die Funktionsweise autoritärer Herrschaft zu verdeutlichen. Aus dem zunächst harmlosen Projekt entwickelt sich innerhalb weniger Tage eine Bewegung namens „Die Welle“, die durch Gemeinschaftsgefühl, Disziplin und Ausgrenzung Außenstehender zunehmend außer Kontrolle gerät. Der Film basiert lose auf dem realen „Third-Wave-Experiment“ von Ron Jones aus dem Jahr 1967.

The Act of Killing

Dokumentation
Eingangsschild des Hôtel des Mille Collines in Kigali, bekannt als Schauplatz des Films Hotel Rwanda (2004).

Hotel Rwanda (2004)

Spielfilm

Während des Völkermords in Ruanda im Jahr 1994 nutzt der Hotelmanager Paul Rusesabagina seine Stellung und sein diplomatisches Geschick, um mehr als tausend Menschen vor den Massakern zu schützen. Der Film erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Zivilcourage inmitten des Zusammenbruchs staatlicher Ordnung.



← Zur Glossarübersicht

Seitenspalte

Über SozTheo

Prof. Dr. Christian Wickert

Prof. Dr. Christian Wickert
Soziologe & Kriminologe an der HSPV NRW. Betreiber von SozTheo.de und SozTheo.com. Verfasser dieses Beitrags.

→ Zur Profilseite

Beliebte Inhalte

Links

SozTheo.com Logo
SozTheo.com (englisch)
Criminologia Logo
Criminologia Kriminologie-Blog
Krimpedia Logo
Krimpedia

Webseite durchsuchen

Footer

Über SozTheo

SozTheo ist eine Informations- und Ressourcensammlung, die sich an alle an Soziologie und Kriminologie interessierten Leserinnen und Leser richtet.

SozTheo wurde als private Seite von Prof. Dr. Christian Wickert, Dozent für die Fächer Soziologie und Kriminologie an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen, erstellt. Die hier verfügbaren Beiträge und verlinkten Artikel spiegeln nicht die offizielle Meinung, Haltung oder Lehrpläne der HSPV NRW wider.

Impressum & Kontakt

  • Impressum & Datenschutz
  • Sitemap
  • zurück zur Startseite

Partnerseiten

Criminologia – Kriminologie-Blog

Krimpedia

Looking for the English version? Visit soztheo.com

Spread the word


Teile diesen Beitrag
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 

Social Media

Besuche SozTheo auf Facebook

Besuche SozTheo auf Instagram

© 2026 · SozTheo · Admin