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Konformität

Kurzdefinition

Konformität bezeichnet die Anpassung des eigenen Verhaltens, der Einstellungen oder Meinungen an die tatsächlichen oder vermuteten Erwartungen einer sozialen Gruppe. Sie fördert den sozialen Zusammenhalt, kann aber auch kritisches Denken und eigenständiges Handeln einschränken.

Ausführliche Erklärung

Konformität bezeichnet die Anpassung des eigenen Verhaltens, der Einstellungen oder Meinungen an die tatsächlichen oder vermuteten Erwartungen einer sozialen Gruppe. Menschen verhalten sich konform, wenn sie sich an geltenden Normen orientieren oder ihr Verhalten an das anderer anpassen. Konformität ist ein grundlegender sozialer Mechanismus, der das Zusammenleben in Gruppen erleichtert und zur Stabilität sozialer Ordnungen beiträgt.

Konformes Verhalten entsteht aus unterschiedlichen Motiven. Menschen passen sich einer Gruppe an, um soziale Anerkennung zu erhalten, Ablehnung zu vermeiden oder weil sie davon ausgehen, dass die Gruppe über bessere Informationen verfügt. Die Sozialpsychologie unterscheidet daher zwischen normativer Konformität, die auf dem Wunsch nach Zugehörigkeit beruht, und informationeller Konformität, bei der die Übernahme von Gruppenmeinungen als sachlich richtig angesehen wird.

Konformität erfüllt wichtige gesellschaftliche Funktionen. Sie erleichtert Kooperation, stärkt das Vertrauen zwischen Menschen und trägt dazu bei, dass soziale Normen und Regeln eingehalten werden. Ohne ein gewisses Maß an Konformität wären gesellschaftliches Zusammenleben und soziale Ordnung kaum möglich.

Problematisch wird Konformität jedoch dann, wenn Menschen ihre eigenen moralischen Überzeugungen oder kritischen Einschätzungen zugunsten der Mehrheitsmeinung aufgeben. Unter bestimmten Bedingungen kann sie dazu beitragen, dass diskriminierende Einstellungen, Gewalt oder Straftaten innerhalb einer Gruppe akzeptiert oder sogar unterstützt werden. Die Bereitschaft zur Anpassung erklärt damit auch, weshalb sich Menschen an Handlungen beteiligen, die sie allein möglicherweise ablehnen würden.

In der Kriminologie spielt Konformität insbesondere bei Jugenddelinquenz, Gruppengewalt, extremistischen Bewegungen und organisationalen Fehlentwicklungen eine wichtige Rolle. Die Anpassung an Gruppennormen kann sowohl normkonformes Verhalten fördern als auch zur Beteiligung an Straftaten beitragen, wenn kriminelles Verhalten innerhalb einer Gruppe als selbstverständlich oder erwünscht gilt.

Konformität steht in engem Zusammenhang mit Gruppendruck, Deindividuation, sozialen Normen, sozialer Kontrolle und Sozialisation.

Theoriebezug

Konformität gehört zu den zentralen Konzepten der Sozialpsychologie und spielt auch in der Soziologie sowie der Kriminologie eine wichtige Rolle. Besonders bekannt sind die Konformitätsexperimente von Solomon Asch, die zeigten, wie stark Menschen ihre Urteile an die Meinung einer Gruppe anpassen. Darüber hinaus besitzt Konformität große Bedeutung für Lerntheorien, Subkulturtheorien und Ansätze des Symbolischen Interaktionismus, da sie erklärt, wie soziale Normen übernommen und innerhalb von Gruppen stabilisiert werden.

Verwandte Begriffe

Deindividuation Gruppe Gruppendruck Peer Group Soziale Kontrolle Soziale Normen Sozialisation

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Die folgenden Filme, Serien und Dokumentationen greifen zentrale Aspekte dieses Begriffs auf und veranschaulichen sie anhand konkreter Beispiele. Sie eignen sich als anschauliche Ergänzung zu den wissenschaftlichen Erläuterungen.
Brechende Meereswelle als Symbol für die Eigendynamik von Gruppendruck und kollektiver Radikalisierung in Die Welle (2008)

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Film

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Prof. Dr. Christian Wickert

Prof. Dr. Christian Wickert
Soziologe & Kriminologe an der HSPV NRW. Betreiber von SozTheo.de und SozTheo.com. Verfasser dieses Beitrags.

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