Kurzdefinition
Zunahme unsicherer, instabiler und schlecht abgesicherter Lebens- und Arbeitsverhältnisse.
Ausführliche Erklärung
Der Begriff Prekarisierung beschreibt einen gesellschaftlichen Prozess, bei dem immer mehr Menschen von sozialen, rechtlichen und ökonomischen Sicherheiten ausgeschlossen werden. Typische Merkmale sind befristete Jobs, geringe Löhne, unsichere Wohnverhältnisse und mangelnde soziale Absicherung. In der Kriminologie ist Prekarisierung relevant, da prekäre Lebenslagen mit erhöhtem Risiko für soziale Ausgrenzung, Kriminalisierung und Strafverfolgung verbunden sein können.
Der Begriff Prekarisierung beschreibt einen gesellschaftlichen Prozess, bei dem stabile Arbeits- und Lebensverhältnisse zunehmend durch unsichere, befristete oder schlecht abgesicherte Beschäftigungsformen ersetzt werden. In der sozialwissenschaftlichen Diskussion wird häufig darauf hingewiesen, dass sich dadurch neue Formen sozialer Ungleichheit entwickeln können.
Menschen, die dauerhaft von solchen unsicheren Lebensbedingungen betroffen sind, werden teilweise als Prekariat bezeichnet. Der Begriff verweist auf soziale Gruppen, deren Lebenslagen durch ökonomische Unsicherheit, mangelnde soziale Absicherung und eingeschränkte Zukunftsperspektiven geprägt sind.
Theoriebezug
Der Begriff der Prekarisierung spielt eine zentrale Rolle in der Analyse moderner Arbeits- und Lebensverhältnisse. Er wird insbesondere in der politischen Ökonomie, der Ungleichheitsforschung und der Kritischen Kriminologie verwendet. Wichtige Beiträge stammen u. a. von Alessandro De Giorgi, der Prekarisierung mit Veränderungen der Strafpolitik verbindet, sowie von Loïc Wacquant, der den Zusammenhang zwischen sozialer Unsicherheit und strafstaatlicher Kontrolle als Form „punitive exclusion“ beschreibt.