Jeff Ferrell

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Jeff Ferrell ist einer der wichtigsten Vertreter der Cultural Criminology und zählt zu den prägenden Stimmen einer ethnografischen, kulturorientierten Kriminologie. Er lehrte u. a. an der Texas Christian University, der University of Kent und der University of Colorado. Ferrell verbindet theoretische Ansätze aus Soziologie, Kulturtheorie und kritischer Kriminologie mit einer methodischen Schwerpunktsetzung auf teilnehmender Beobachtung, Urbanethnografie und visuellen Methoden. Seine Arbeiten untersuchen subkulturelle Praktiken, urbane Räume, Graffiti, Punk, Konsumkulturen und die ästhetischen Dimensionen von Devianz. Ferrell steht für eine politisch-kulturelle Perspektive auf Kriminalität, die Macht, Emotion, Stil und Widerstandsysteme zusammendenkt.

Cultural Criminology analysiert Kriminalität als kulturelle Praxis – als Ausdruck von Stil, Identität, Emotion, Rebellion oder urbaner Erfahrung. Ferrell argumentiert, dass Kontrolle und Kriminalisierung selbst kulturelle Prozesse sind, etwa durch mediale Dramatisierung, moralische Deutungsmuster oder polizeiliche Konstruktionen devianter Gruppen.

Mit Werken wie Tearing Down the Streets oder Crimes of Style zeigte er, wie Städte zum Schauplatz ästhetischer Auseinandersetzungen werden, und wie Subkulturen Formen des Widerstands entwickeln. Ferrells Ansatz beeinflusst aktuelle Debatten über urbane Sicherheit, Gentrifizierung, Überwachung, Protestformen und die Rolle der Medien in der Herstellung von Devianz. Seine Arbeiten wirken zudem stark in den Bereichen visuelle Kriminologie, qualitative Methoden und kritische Stadtforschung.

Schlüsselwerke

  • Tearing Down the Streets: Adventures in Urban Anarchy (2001)
  • Crimes of Style: Urban Graffiti and the Politics of Criminality (1993)
  • Cultural Criminology (mit Keith Hayward & Jock Young, 2008)
  • Drift: Illicit Mobility and Uncertain Knowledge (mit Clint Jones, 2016)
  • Zahlreiche Beiträge zu Visual Criminology, Urbanität, Subkultur und Devianz