Jock Young

Portrait: Jock Young
Jock Young

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Jock Young zählt zu den einflussreichsten kritischen Kriminologen des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Er war Mitbegründer der Critical Criminology in Großbritannien und eine zentrale Figur der New Criminology. International bekannt wurde er zunächst durch seine empirischen Arbeiten zur Drogenkultur und Devianz, später durch seine umfassenden Gesellschaftsdiagnosen zur Spätmoderne, zu Ausschluss, Punitivität und moralischer Panik.

Gemeinsam mit Ian Taylor und Paul Walton entwickelte Young eine politisch engagierte Kriminologie, die Kriminalität nicht isoliert betrachtet, sondern als Produkt sozialer Ungleichheit, Machtverhältnisse und staatlicher Kontrollstrategien versteht. In seinen späteren Arbeiten verlagerte sich der Fokus auf kulturelle und emotionale Dimensionen von Kriminalität. Young gilt damit als zentrale Scharnierfigur zwischen kritischer, kultureller und emotionssoziologischer Kriminologie.

Seine Analysen zur „exkludierenden Gesellschaft“ und zur „bulimischen Gesellschaft“ gelten bis heute als prägende Beiträge zur Erklärung moderner Kriminalitäts- und Strafpolitiken.

Schlüsselwerke

  • The Drugtakers (1971)
  • The New Criminology (mit Ian Taylor & Paul Walton, 1973)
  • Critical Criminology (1975)
  • The Exclusive Society (1999)
  • The Vertigo of Late Modernity (2007)
  • Cultural Criminology: An Invitation (mit Jeff Ferrell & Keith Hayward, 2008/2015)