John H. Laub

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John H. Laub ist ein US-amerikanischer Kriminologe, der insbesondere durch seine Arbeiten zur Lebensverlaufsforschung (Life-Course Criminology) international bekannt wurde. Gemeinsam mit Robert J. Sampson entwickelte er einen dynamischen Ansatz zur Erklärung von Kriminalität, der sich deutlich von statischen Tätermodellen abgrenzt. Im Zentrum seiner Forschung steht die Frage, wie soziale Bindungen, institutionelle Einbettung (z. B. Arbeit, Ehe, Militärdienst) und biografische Wendepunkte kriminelle Karrieren beeinflussen.

Laub kritisiert frühe kriminologische Langzeitstudien – insbesondere die Arbeiten von Sheldon und Eleanor Glueck – nicht nur methodisch, sondern nutzt deren Daten zugleich innovativ neu. Sein Werk gilt als paradigmatischer Beitrag zur Abkehr von deterministischen Erklärungen hin zu einer prozessualen, kontextsensiblen Sicht auf Devianz und Kriminalität. Laubs Forschung hat erhebliche Bedeutung für Prävention, Resozialisierung und kriminalpolitische Debatten, da sie Kriminalität als veränderbares und sozial eingebettetes Phänomen begreift.

Schlüsselwerke

  • Crime in the Making (mit Robert J. Sampson, 1993)
  • Shared Beginnings, Divergent Lives (mit Robert J. Sampson, 2003)
  • The Making of Criminology (mit Robert J. Sampson, 2011)