John Hagan
Personenprofil
- Name: John Hagan
- Geburtsjahr: 1946
- Land: Kanada / Vereinigte Staaten
- Disziplin(en): Kriminologie, Rechtssoziologie, Soziologie
Weitere Informationen
John Hagan zählt zu den bedeutendsten Kriminologen der Gegenwart. Er wurde in Urbana (Illinois, USA) geboren, studierte zunächst an der University of Illinois und setzte seine akademische Laufbahn anschließend in Kanada fort, wo er an der University of Alberta promovierte. Später lehrte er unter anderem an der University of Toronto, der University of Chicago und der Northwestern University. Als ehemaliger Präsident der American Society of Criminology gehört Hagan zu den international einflussreichsten Forschern in den Bereichen Ungleichheit, Jugendkriminalität, Kriegsgewalt und internationale Justiz.
Hagan verbindet quantitative Sozialforschung, Konfliktsoziologie und Rechtssoziologie und ist bekannt für seine empirisch dichte Analyse sozialer Ungleichheiten, die Kriminalität, Bestrafung und Gewalt prägen. Seine Arbeiten zu Kriegsverbrechen, Flüchtlingsbewegungen und staatlicher Gewalt erweiterten die Kriminologie um globalpolitische und völkerrechtliche Dimensionen.
Hagan entwickelte zentrale Beiträge zur Theorie sozialer Ungleichheit und Devianz, darunter das Konzept der structural disadvantage, das erklärt, wie Armut, Migration, Diskriminierung und institutionelle Benachteiligungen kumulativ Kriminalitätsrisiken erhöhen.
Mit Structural Criminology prägte er eine systematisch auf Ungleichheit ausgerichtete Perspektive.
In späteren Werken wandte Hagan diese Ansätze auf Massengewalt und internationale Konflikte an. In Justice in the Balkans und Darfur and the Crime of Genocide zeigt er, wie Kriegsverbrechen, staatliche Gewalt und internationale Strafgerichtsbarkeit zusammenwirken.
Hagan gilt damit als einer der wichtigsten Brückenbauer zwischen klassischer Kriminologie, Ungleichheitsforschung und globaler Gewaltsoziologie.
Schlüsselwerke
- Structural Criminology (1989)
- Mean Streets: Youth Crime and Homelessness (mit Bill McCarthy, 1997)
- Justice in the Balkans (2003)
- Darfur and the Crime of Genocide (mit Wenona Rymond-Richmond, 2008)
- Zahlreiche Beiträge zu Ungleichheit, Migration, Kriegsverbrechen, Strafjustiz und Gewaltforschung