Pat Carlen

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Pat Carlen zählt zu den zentralen Vertreterinnen der feministischen Kriminologie im englischsprachigen Raum. Seit den 1970er-Jahren untersucht sie insbesondere die Lebenslagen, Handlungsspielräume und strukturellen Benachteiligungen von Frauen im Kontext von Armut, Strafe und sozialer Kontrolle. Ihre Forschung basiert häufig auf ethnografischen und biografischen Methoden, die die Perspektiven marginalisierter Frauen sichtbar machen. Carlen hatte Professuren u. a. an der University of Bath und der University of Leicester inne und prägte maßgeblich die kritische Debatte über Geschlecht, Klasse und Kriminalisierung.

Carlen argumentiert, dass die Kriminalisierung von Frauen nicht ohne eine Analyse sozialer Ungleichheit, ökonomischer Zwänge und geschlechtsspezifischer Erwartungen verstanden werden kann. Ihre Arbeiten setzen einen Kontrapunkt zu traditionellen, männlich dominierten Kriminalitätstheorien und erweitern diese um Perspektiven, die strukturelle Benachteiligungen, Care-Arbeit, Armut, Gewalt und institutionelle Kontrolle in den Mittelpunkt rücken. Sie ist zudem Mitbegründerin kritischer Debatten zur Strafvollzugsforschung und entwickelte Konzepte wie das „Gendered Pathways“-Paradigma weiter.

Schlüsselwerke

  • Women, Crime and Poverty (1988)
  • Crime, Poverty and the Family (1986)
  • Vandals and the Social Order (1980)
  • Women in Criminal Justice (diverse Sammelbandbeiträge)
  • Gender, Crime and Justice (spätere Arbeiten, teilweise in Kooperation)