Travis Hirschi geht in seiner Bindungstheorie (auch bekannt als Social Bond Theory) davon aus, dass Menschen grundsätzlich zu abweichendem Verhalten neigen. Die Theorie gehört zu den klassischen Kontrolltheorien der Kriminologie und richtet den Blick nicht in erster Linie auf die Ursachen von Kriminalität, sondern auf die Bedingungen normkonformen Verhaltens. Kriminalität
soziale Kontrolle
Kontrolle
Was erklären Kontrolltheorien? Im Unterschied zu vielen anderen Kriminalitätstheorien steht bei Kontrolltheorien nicht die Frage im Mittelpunkt, warum Menschen Normen verletzen, sondern warum sie sich regelkonform verhalten. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass abweichendes Verhalten grundsätzlich naheliegend ist – erklärungsbedürftig ist daher nicht Devianz, sondern Konformität. Kontrolltheorien gehen davon aus, dass
Outsiders (Becker)
Howard S. Beckers Buch Outsiders (1963) gehört zu den wichtigsten Werken der Devianzsoziologie und bildet einen zentralen Bezugspunkt des Labelling-Ansatzes. Mit seinem Ansatz der sozialen Zuschreibung (Labelling) stellte Becker etablierte Vorstellungen von Devianz und Kriminalität infrage. Statt Devianz als inhärente Eigenschaft bestimmter Handlungen oder Personen zu betrachten, fokussierte er sich
Labelling – primäre und sekundäre Devianz (Lemert)
Edwin M. Lemert entwickelte mit der Unterscheidung zwischen primärer und sekundärer Devianz einen zentralen Baustein des Labelling Ansatzes. Während primäre Devianz erste Normverletzungen bezeichnet, beschreibt sekundäre Devianz die Stabilisierung abweichenden Verhaltens infolge gesellschaftlicher Reaktionen und Etikettierungen. Ein Individuum begeht zunächst primäre Devianz. Durch einen Prozess des Labelling (Etikettierung) wird ihm
Labelling-Ansatz (Überblick)
Der Labelling Ansatz (auch: Etikettierungstheorie oder Labeling Approach) ist eine soziologische Kriminalitätstheorie, die Devianz als Ergebnis gesellschaftlicher Zuschreibungsprozesse versteht. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, warum Menschen kriminell werden, sondern wie bestimmte Handlungen und Personen überhaupt als „abweichend“ oder „kriminell“ definiert werden. Während klassische ätiologische Theorien nach den Ursachen von
Power-Control-Theory (Hagan)
Die Power-Control-Theorie von John Hagan erklärt geschlechtsspezifische Unterschiede in den Kriminalitätsraten von Männern und Frauen. Sie führt diese Unterschiede darauf zurück, dass Jungen und Mädchen innerhalb von Familien unterschiedlich sozialisiert werden. Während Jungen häufig mehr Freiheit und Risikospielräume erhalten und daher eher zu Delinquenz neigen, werden Mädchen stärker kontrolliert und


