Kurzdefinition
Rassismus bezeichnet die Diskriminierung, Abwertung oder Benachteiligung von Menschen aufgrund zugeschriebener „rassischer“ oder ethnischer Merkmale.
Ausführliche Erklärung
Rassismus ist ein soziales Konstrukt, das Menschen in vermeintlich biologische „Rassen“ einteilt und diesen Gruppen bestimmte Eigenschaften, Fähigkeiten oder Verhaltensweisen zuschreibt. Dabei wird häufig eine Hierarchie konstruiert, in der bestimmte Gruppen als überlegen, andere hingegen als minderwertig betrachtet werden.
Obwohl der Begriff „Rasse“ biologisch widerlegt ist, wirken rassistische Denkmuster und Strukturen in vielen Gesellschaften fort. Rassismus kann sich auf individueller Ebene (z. B. in Vorurteilen oder Beleidigungen), institutioneller Ebene (z. B. durch diskriminierende Polizeipraktiken, Bildungssysteme oder Arbeitsmärkte) und struktureller Ebene (z. B. in historischen Ungleichheiten oder kolonialen Machtverhältnissen) zeigen.
In der Soziologie und Kriminologie wird Rassismus sowohl als Einstellungs- und Handlungsmuster als auch als Macht- und Herrschaftsverhältnis verstanden. Besonders bedeutsam ist die Analyse rassistischer Praktiken im Zusammenhang mit Kriminalisierung, Masseninhaftierung, Ethnic Profiling und struktureller Diskriminierung.
Theoriebezug
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Postkoloniale Theorie
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Intersektionale Ansätze