Serpico (1973)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: Serpico
- Deutscher Titel: Serpico
- Erscheinungsjahr: 1973
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: Sidney Lumet
- Medium: Spielfilm
- Laufzeit / Umfang: 130 Minuten
- Schwerpunkte: Polizei und Ermittlungen
Kriminologische Relevanz
Serpico zählt zu den bedeutendsten Filmen über Polizeikorruption und institutionelle Devianz. Anhand der Lebensgeschichte des New Yorker Polizeibeamten Frank Serpico zeigt der Film, wie informelle Normen innerhalb einer Organisation rechtmäßiges Handeln erschweren können.
Im Mittelpunkt steht nicht individuelle Kriminalität, sondern die Frage, wie sich korrupte Strukturen innerhalb staatlicher Institutionen etablieren und aufrechterhalten. Bestechungsgelder, gegenseitiges Schweigen und Loyalität gegenüber Kolleginnen und Kollegen erscheinen als informelle Regeln, deren Missachtung soziale Isolation und berufliche Nachteile nach sich zieht.
Der Film verdeutlicht zugleich die besonderen Risiken von Whistleblowern. Frank Serpico wird nicht wegen eigener Straftaten ausgegrenzt, sondern weil er sich weigert, rechtswidrige Praktiken mitzutragen. Damit eignet sich der Film hervorragend zur Diskussion von Polizeikultur, Korpsgeist, organisationaler Devianz sowie der Bedeutung institutioneller Kontrollmechanismen.